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Hintergrund: Rettungsaktion für Premiere

Das Bezahlfernsehen Premiere World will sein Programm radikal einschränken, um die täglichen Verluste von 1,5 Mill. Euro zu reduzieren.

and/hps/lip DÜSSELDORF. Gleichzeitig sucht die Kirch-Gruppe nach neuen Investoren, hieß es in Kreisen des Bezahlfernsehens. "Wir brauchen Kapital - alles andere wäre erlogen." Mitte der Woche findet in München eine Aufsichtsratssitzung statt, an der auch Kirch-Vize Dieter Hahn, BSkyB-Chef Tony Ball und ein Vertreter von Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp. teilnehmen werden.

Unternehmensnahe Kreise bestätigen, dass Premiere World maximal nur noch über Geldreserven bis September verfügt. Sollte bis zum Herbst kein Investor gefunden sein, wäre das Ende des Bezahlfernsehens besiegelt. Damit wird die Analyse der Düsseldorfer WestLB Panmure bestätigt. Ein Kirch-Insider erklärte: "Es wäre schön, wenn überhaupt noch sieben Monate zur Verfügung stünden." Bei Kirch wird davon ausgegangen, dass die im Ton und Aussage ungewöhnliche Analyse eine Rache des WestLB-Vorstands Manfred Puffer sein könnte. Der 38-Jährige Österreicher war bis November erfolgloser Chef von Premiere.

Der neue Premiere-Chef Georg Kofler arbeitet derzeit mit Hochdruck an einem Sanierungsplan. Kofler sprach offenbar am Wochenende mit Leo Kirch und seinem Stellvertreter Dieter Hahn über die drohende Insolvenz.

An Premiere ist Leo Kirch mit 70 % beteiligt, Murdochs BSkyB mit 22 %. Das britische Pay-TV-Unternehmen kann sich im Oktober mit einer Put-Option zurückziehen. Dann sind 1,8 Mrd. Euro fällig. Wie Kirch diesen Betrag aufbringen könnte, steht noch in den Sternen.

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