Hintergrund sind offenbar die Fusionsverhandlungen mit Telia
Sonera-Chef Relander tritt überraschend zurück

Der Vorstandschef und Präsident von Sonera, Kaj-Erik Relander, hat am Montag seinen Rücktritt zum 1. August erklärt und damit die Aktien des finnischen Telekomkonzerns auf Kurse nahe dem Jahrestiefstand von 10 Euro getrieben. Relander nannte in Helsinki persönliche Gründe für den Rücktritt, signalisierte aber auch, dass es interne Spannung im Unternehmen gebe.

Reuters HELSINKI. Analysten sehen den Rücktritt im Zusammenhang mit den seit Monaten laufenden Übernahmeverhandlungen, die eventuell keinen Platz mehr für Relander an der Sonera-Spitze gelassen hätten. Die Suche nach einem Nachfolger werde wegen der schwachen finanziellen Position von Sonera und der ungewissen Zukunft schwierig, sagten Fondsmanager.

Bereits am Freitag hatte der geschäftsführende Vizepräsident Harri Hollmen seinen Rückzug aus dem noch mehrheitlich staatlichen Unternehmen erklärt. Board Chairman Tapio Hintikka sagte, für Sonera sei die Entscheidung Relanders eine Überraschung gewesen. Die Strategie von Sonera bleibe jedoch unverändert. Man werde außerhalb des eigenen Unternehmens nach einem neuen Präsidenten und Vorstandsvorsitzenden suchen. Vorübergehend werde Aimo Eloholma, Chef der Festnetz-Sparte, Präsident und Vorstandsvorsitz übernehmen.

Die Aktien von Sonera gaben mehr als sechs Prozent auf 10,08 Euro nach und notieren damit nur knapp über dem im April markierten Jahrestief von 9,99 Euro.

Sonera - Intraday-Chart

In Branchenkreisen war zuletzt von intensivierten Fusionsgesprächen zwischen Sonera und dem in der nordischen Region führenden schwedischen Telekomunternehmen Telia die Rede. Telia versucht den Angaben zufolge derzeit, noch bestehende Lücken in ihrer geographischen Aufstellung zu schließen und verhandelt parallel zu Sonera auch mit der dänischen Telekomgruppe TDC. Zu den Gerüchten um Telia wollte Sonera bislang keine Stellungnahme abgeben. Sonera hat sich selbst zum Verkauf angeboten, bislang jedoch keinen Käufer präsentiert. Das Unternehmen hatte in Partnerschaft mit der spanischen Telefonica unter anderem in Deutschland eine UMTS-Lizenz für knapp 17 Milliarden DM erworben. Geplante Börsengänge der Datensicherheits-Sparte SmartTrust und des Mobilfunkportals Zed wurden wegen der Marktschwäche zurückgestellt.

Relander wies Vermutungen zurück, die Regierung habe ihn zum Rücktritt gedrängt. Es habe keinen politischen Druck gegeben, sagte er. Zwischen Sonera und dem finnischen Staat, der sich von seinem Anteil trennen will, gebe es kein Problem und keine Verbindung zu seinem Rücktritt. Relander wird eigenen Angaben zufolge in London einen Posten bei der Risikokapitalgesellschaft Accel Partner annehmen. Relander signalisierte indes interne Spannungen bei Sonera. Das Unternehmen sei "multikulturell" und daher schwierig zu leiten.

Institutionelle Investoren halten es für möglich, dass ein Umbau der Führungsspitze die Chancen für eine erfolgreiche Übernahme erleichtert. Es werde Sonera vor dem geplanten Verkauf kaum gelingen, einen neuen Vorstandschef zu finden, sagten ein Fondsmanager weiter.

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