Hintergrund
Stichwort: Der Elysée-Vertrag

Am 22. Januar 1963 unterzeichneten Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Staatspräsident Charles de Gaulle im Pariser Elysée-Palast den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag.

HB BERLIN. Das als Elysée-Vertrag in die Geschichte eingegangene Abkommen über die deutsch-französische Zusammenarbeit hat die Nachbarn nach langer "Erbfeindschaft" und blutigen Kriegen seit 1963 immer mehr zusammengeführt.

In dem Vertrag verpflichten sich beide Regierungen zu Konsultation in allen wesentlichen Fragen der Außen-, Sicherheits-, Jugend- und Kulturpolitik. Beide Seiten setzten Koordinatoren für die deutsch- französische Zusammenarbeit sowie Bevollmächtigte für kulturelle Angelegenheiten ein. Der Unterzeichnung des am 2. Juli 1963 in Kraft getretenen Vertrages folgte am 5. Juli 1963 die Unterschrift unter das deutsch-französische Jugendwerk.

Als eigentliches Geburtsjahr des Elysée-Vertrages gilt das Jahr 1958, als der "Alte aus Rhöndorf" und der General im lothringischen Colombey-les-deux-Eglises erstmals zusammenkamen. Noch im selben Jahr trafen sie sich in Bad Kreuznach, wo sie sich auf eine Institutionalisierung der besonderen Beziehungen beider Länder einigten.

Der Bundestag setzte dem Abkommen 1963 vor seiner Verabschiedung jedoch eine Präambel voraus, in der klar gestellt wurde, dass der Vertrag die Zusammenarbeit in der Nato oder die Partnerschaft mit den USA nicht beeinträchtige. De Gaulle war enttäuscht über das Vorwort; er sah den Vertrag dadurch als verwässert an.

1988 ergänzten Bundeskanzler Helmut Kohl und der französische Staatspräsident François Mitterand den Elysée-Vertrag mit der Einsetzung von Räten für die Abstimmung von Verteidigungsinteressen und der Wirtschafts- und Währungspolitik. Der derzeitige Staatspräsident Jacques Chirac will nun einen neuen Grundsatzvertrag ausarbeiten. Ob der Elysée-Vertrag ersetzt oder lediglich ergänzt werden soll, ist noch unklar.

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