Hintergrund: Stichwort: Die Entführung der „Achille Lauro“

Hintergrund
Stichwort: Die Entführung der „Achille Lauro“

Vier palästinensische Terroristen brachten am 7. Oktober 1985 das italienische Schiff am fünften Tag einer Kreuzfahrt durch das östliche Mittelmeer vor der ägyptischen Küste in ihre Gewalt.

HB/dpa HAMBURG. Für Hunderte Passagiere und Besatzungsmitglieder des Luxusliners "Achille Lauro" wurde am 7. Oktober 1985 aus der geplanten Traumfahrt eine Kreuzfahrt in Angst und Schrecken. Vier palästinensische Terroristen brachten das italienische Schiff am fünften Tag einer Kreuzfahrt durch das östliche Mittelmeer vor der ägyptischen Küste in ihre Gewalt. Sie drohten das Schiff in die Luft zu sprengen, sollte ihre Forderung nach Freilassung von 51 in Israel inhaftierten Gesinnungsgenossen nicht erfüllt werden. Als Drahtzieher der Entführung wurde Mohammed Abu Abbas in Abwesenheit zu mehrfacher lebenslanger Haft verurteilt.

Die Entführung der "Achille Lauro" endete nach dreitägiger Irrfahrt in Port Said (Ägypten), wo sich die Terroristen nach Verhandlungen mit den ägyptischen Behörden stellten. Nachdem zunächst von einem insgesamt glücklichen Ausgang der Kaperung ausgegangen worden war, stellte sich heraus, dass die Entführer während der Geiselnahme den für einen jüdischen Touristen gehaltenen US-Bürger Leon Klinghoffer (69) erschossen und in seinem Rollstuhl über Bord geworfen hatten. In einer Verfilmung des Dramas um die "Achille Lauro" spielte 1990 Hollywoodstar Burt Lancaster die Rolle Klinghoffers.

Nach ihrer Aufgabe ließ Ägypten die Terroristen nach Tunesien ausfliegen. Das Flugzeug, in dem sich neben den Entführern auch Abu Abbas befand, wurde jedoch von US-Militärjets abgefangen und zur Landung in Sizilien gezwungen. Die italienischen Behörden ließen den in Port Said zu den Entführern gestoßenen Abu Abbas zur Verärgerung der Amerikaner mangels Beweisen nach Jugoslawien ausreisen, wo sich die Spur des Palästinensers zunächst verlor. Im Juni 1986 wurde er dann als Planer der Entführung in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt. Die vier Entführer erhielten in Italien lange Gefängnisstrafen.

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