Hintergrund: Stichwort: Fedajin Saddam

Hintergrund
Stichwort: Fedajin Saddam

Die paramilitärische Truppe "Fedajin Saddam" (etwa "Die Opferbereiten") gilt als grausam und genießt das besondere Vertrauen des irakischen Staatschefs. 1995 von Saddam Husseins ältestem Sohn Udai gegründet, ist sie immer wieder gegen Feinde Saddams, Aufrührer und Abweichler eingesetzt worden.

HB/dpa HAMBURG. Mit Verkleidungen, vorgetäuschten Kapitulationsangeboten und anderen Kriegslisten haben Fedajin-Milizionäre kürzlich den Marsch der alliierten Truppen auf Bagdad empfindlich gestört.

Das Londoner Institut für Strategische Studien (IISS) schätzt die Zahl der Freischärler auf bis zu 20 000, Experten der amerikanischen Denkfabrik "globalsecurity" gehen von bis zu 40 000 aus. Die jungen Männer werden aus dem Regime ergebenen Regionen rekrutiert. Zunächst meist in der Hauptstadt stationiert, sollen Fedajin-Kämpfer jetzt in allen größeren Orten präsent sein, um die Bevölkerung in Schach zu halten. Wenn es zum Kampf um Bagdad kommt, rechnen Sicherheitsexperten mit dem selbstmörderischen Einsatz der "Opferbereiten" im Häuserkampf.

Vor einigen Jahren schockten Berichte über Grausamkeiten der Truppe die Welt: Laut Amnesty International (ai) haben Fedajin- Kommandos im Oktober 2000 in Bagdad und anderen Städten "zahlreiche" Frauen öffentlich enthauptet, angeblich um mit der Prostitution aufzuräumen. Unter den Opfern sollen auch verschleierte Frauen gewesen sein, denen regimefeindliche Äußerungen vorgeworfen wurden. An anderer Stelle ist davon die Rede, dass einem Mann wegen Verleumdung des Präsidenten die Zunge herausgeschnitten wurde.

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