Hintergrund
Stichwort: Kommando Spezialkräfte (KSK)

Einzelheiten will der Kanzler erst zu "gegebener Zeit" nennen. Erneut aber stellte Gerhard Schröder (SPD) am Freitag ein weitergehendes militärisches Engagement Deutschlands in Afghanistan in Aussicht.

afp BERLIN. Spekuliert wird neben der Entsendung von "Fuchs"-Spürpanzers zur Aufklärung atomarer, biologischer und chemischer Verseuchung auch über einen Einsatz des Kommandos Spezialkräfte (KSK).

Zum Auftrag dieser erst 1996 gegründeten Eliteeinheit gehören laut Bundeswehr die Rettung und Evakuierung von Menschen "aus besonderen Lagen" - auch aus der Hand von Terroristen. Die KSK-Soldaten sind zudem für verdeckte Operationen sowie für den Kampf gegen "besonders wichtige Ziele auf gegnerischem Territorium" ausgebildet. Außerdem sollen sie "Schlüsselinformationen in Krisen und Konfliktregionen" gewinnen können. Stationiert ist das rund tausend Mann starke Kommando in Calw im Schwarzwald. Es ist Teil der noch im Aufbau befindlichen Fallschirmjäger-Einheit für besondere Einsätze, Division Spezielle Operationen (DSO).

Die kleinste KSK-Einheit besteht dabei aus vier Soldaten: Einem Scharfschützen, einem Sprengstoffexperten, einem Sanitäter und einem Funker. Jeder muss aber zur Not die Aufgaben des anderen übernehmen können. Ausgestattet werden die Elitekämpfer unter anderem mit Nachtsichtgeräten, schusssicheren Schilden, Präzisionsgewehren, Satellitenkommunikation und Laptops. Hinzu kommen je nach Bedarf Spezialwaffen wie Ultraschall und Ultrablitzgeräte. Die Standard-Kampfausrüstung ist daher bis zu 50 Kilogramm schwer.

In die Einheit aufgenommen werden nur Offiziere und Unteroffiziere, die ein mehrmonatiges hartes Auswahlverfahren überstanden haben, zu dem auch ein fünftägiger Überlebenstest gehört. Die Soldaten müssen Fallschirmspringen können und insgesamt in bester gesundheitlicher Verfassung sein. Die Truppe orientiert sich an den entsprechenden Elite-Einheiten der britischen und der US-Armee.

Anlass für die Gründung des KSK war die Hilflosigkeit der Bundeswehr, als im ruandischen Bürgerkrieg 1994 deutsche Staatsangehörige in Gefahr gerieten. Elf Mitarbeiter der Deutschen Welle, die in ihrer Sendestation von Rebellen umzingelt waren, mussten schließlich von belgischen Fallschirmjägern befreit werden. Erste Bewährungsproben hat die KSK unbestätigten Berichten zufolge auf dem Balkan bestanden: Demnach waren die Elitesoldaten bereits mehrmals an der Festnehme mutmaßlicher Kriegsverbrecher beteiligt.

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