Hintergrund
Stichwort: Rote Armee Fraktion

Die Rote Armee Fraktion (RAF) hat die Bundesrepublik zwei Jahrzehnte lang mit Terroraktionen überzogen. Sie entstand 1970 und löste sich im Frühjahr 1998 selbst auf.

dpa HAMBURG. Drei Namen stehen vor allem für die RAF: Ulrike Meinhof, Andreas Baader und Gudrun Ensslin. Die RAF sagte dem "Imperialismus und Monopolkapitalismus" den Kampf an und wollte die Gesellschaftsordnung gewaltsam zerstören. Vorläufer der RAF war die Baader-Meinhof-Gruppe, die nach der Studentenrevolte Ende der 60er Jahre die Polizei in Atem hielt.

Von 1971 bis 1993 kamen mindestens 30 Menschen bei RAF-Anschlägen ums Leben. Prominenteste Opfer waren der Generalbundesanwalt Siegfried Buback, der Bankier Jürgen Ponto, Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer (alle 1977 ermordet) sowie Siemens-Manager Karl Heinz Beckurts (1986), der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, (1989) und Treuhandchef Detlev Karsten Rohwedder (1991).

Nachdem 1972 der "harte Kern" der RAF mit Meinhof, Ensslin, Raspe und Holger Meins gefasst worden war, trat die Befreiung der Gesinnungsgenossen in den Vordergrund. Im April 1992 kündigte die RAF den vorläufigen Verzicht auf Anschläge gegen führende Repräsentanten aus Wirtschaft und Staat an. Mit einem Sprengstoffanschlag auf den Neubau der Justizvollzugsanstalt in Weiterstadt bei Darmstadt im März 1993 zeigte die RAF-Kommandoebene allerdings noch einmal ihre Aktionsbereitschaft. Von den gefassten RAF-Terroristen wurden bislang fast 30 wegen Beteiligung an Morden und Mordversuchen zu lebenslanger Haft verurteilt.

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