Hintergrund
Stichwort: Schächten

Das Schächten ist die rituelle Schlachtmethode der Muslime. Den Tieren werden dabei die Halsschlagader sowie Luft- und Speiseröhre mit einem Schnitt durchtrennt. Um ein vollständiges Ausbluten sicherzustellen, wird auf eine Betäubung verzichtet.

dpa KARLSRUHE. Dieses auch bei Juden übliche Schlachtverfahren soll den Gläubigen den Genuss von unblutigem Fleisch ermöglichen. Denn nach dem Koran, Sure fünf, Vers drei, ist der Verzehr von "Verendetem, Blut, Schweinefleisch und allem, worüber ein anderer als der Name Allahs angerufen wurde", verboten.

Das deutsche Tierschutzgesetz untersagt das betäubungslose Schlachten. Eine Ausnahmegenehmigung darf dann erteilt werden, wenn "zwingende Vorschriften" einer Religionsgemeinschaft dies verlangen. Ob im Islam eine solche Regel gilt, ist umstritten. Das Bundesverwaltungsgericht hatte 1995 entschieden, es gebe nach moslemischem Glauben kein generelles Verbot des betäubungslosen Schlachtens. Angehörigen des jüdischen Glaubens wird dagegen das Schächten gestattet.

In den meisten anderen europäischen Ländern, etwa in England, Frankreich und Österreich, ist das Schächten erlaubt. In Deutschland war es durch die Nationalsozialisten verboten worden, wurde aber bald nach dem Krieg wieder zugelassen. In den 70er Jahren stieß die umstrittene Praxis auf Kritik vor allem von Tierschützern. Daraufhin wurde das Tierschutzgesetz 1986 verschärft.

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