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Hintergrund Strategiewechsel: Fondsmanager setzen stärker auf 'Substanzwerte'

(dpa-AFX) Frankfurt - Deutsche Fondsmanager gehen zunehmend auf Nummer sicher und setzen dabei verstärkt auf solide Unternehmen. Damit setzen sich die so genannten "Value-Titel" immer stärker gegen Wachstumswerte durch. "Der Trend hin zu Substanzwerten ist bereits seit einiger Zeit intakt", sagte Marktstratege Heinz Stork von der Baader Wertpapierhandelsbank.

(dpa-AFX) Frankfurt - Deutsche Fondsmanager gehen zunehmend auf Nummer sicher und setzen dabei verstärkt auf solide Unternehmen. Damit setzen sich die so genannten "Value-Titel" immer stärker gegen Wachstumswerte durch. "Der Trend hin zu Substanzwerten ist bereits seit einiger Zeit intakt", sagte Marktstratege Heinz Stork von der Baader Wertpapierhandelsbank.

Fonds, die erst jetzt ihre Strategie ändern, seien allerdings spät dran. "Sie haben schon einen großen Teil der Gewinne bei Substanzwerten verpasst", sagte Stork. Da wir aber auch im zweiten Halbjahr mit einem abgeschwächten Wirtschaftswachstum rechnen, ist der Zug für einen Strategiewechsel noch nicht abgefahren."

Ein renommierter Anhänger von Value-Ansätzen ist Frank Lingohr von Lingohr & Partner. Für ihn ist die Hauptfrage, ob man das gesamte Unternehmen zum gegenwärtigen Preis kaufen würde. Dabei schließt er den Kauf "von so genannten Wachstumsaktien nicht aus". Titel wie Microsoft < Msft.NAS > < MSF.FSE > , die Lingohr "inzwischen wieder zu teuer" findet, seien daher durchaus mal im Portfolio vertreten. Dagegen distanziert sich Lingohr deutlich von Werten wie Google. Der Börsenaspirant, der mit dem mehrhundertfachen des Jahresgewinns bewertet ist, käme für ihn gar nicht erst in Frage. "Das sind Mondpreise", sagt Lingohr.

'Eine Hohe Ertragskraft DES Unternehmens Entscheidend'

Leon Kirch, Co-Fondsmanager des Nordea European Value Fund, setzt ebenfalls seit längerem auf solide Unternehmen. "Entscheidend ist für uns eine hohe Ertragskraft des Unternehmens", sagt er. Wie andere Experten auch, warnt er jedoch vor einem Wechsel des Anlagepolitik. "Den Investmentstil aus opportunistischen Gründen umzuändern ist sehr gefährlich", warnt Kirch. "Es ist wichtig, dass der Anleger sich auf eine Konstanz in der Investmentphilosophie verlassen kann."

Ein schneller Wechsel geht aber nach Einschätzung von Analyst Kai Wiecking von dem Fondsresearch-Haus Morningstar in den meisten Fällen nicht gut. "Warum sollte ein Portfoliomanager, der bislang nur auf Gewinnwachstum geachtet hat, auf einmal gut darin sein, Substanzwerte herauszufiltern?" Überzeugend findet Analyst Wiecking dagegen Investmenthäuser wie Tweedy Browne, die sich zu einem Anlagestil bekennen. Der Tweedy Browne Global Value Fund hat seit Auflage im Jahr 1993 jährlich 12,31 Prozent zugelegt.

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