Hintergrund
Was macht eigentlich ... Ron Sommer?

Ron Sommer wirkt wie immer, sagen die, die ihn seit dem Absturz vom Gipfel der Macht gesehen haben: gelassen, elegant, gebräunt. Zur Telekom und zu Bonn hält er Abstand.

dri BONN. Ron Sommer fliegt. Er macht in den USA seinen Pilotenschein. Fliegen hat den 53-Jährigen schon immer fasziniert. Flugzeuge und wie sicher sie in der Luft liegen, die Turbulenzen, die er als Vielflieger erlebte - all das zählte zu den wenigen Themen, über die er neben dem Job gerne sprach. In den USA genießt er die Freiheit eines Unbekannten; Leibwächter kann er zu Hause lassen.

Über Persönliches hat Sommer nie gerne geredet, und deshalb werden allenfalls seine Frau und seine beiden Söhne wissen, wie hart die Landung in der Arbeitslosigkeit für ihn, den Workaholic, tatsächlich ist. Finanzielle Sorgen plagen ihn nicht: Die Restlaufzeit seines Telekom-Vertrages wird ihm mit 11,6 Millionen Euro vergütet.

Seine Job-Perspektiven sind jedoch ähnlich schlecht wie für Ex-Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff. An die Spitze eines Top-Konzerns dürfte Sommer in Deutschland kaum mehr berufen werden: Der Kurssturz der T-Aktie, der De-facto-Rauswurf durch den Großaktionär Bund - der Imageschaden klebt an Sommer.

Obwohl er nach der Berufung Rickes und der Bestätigung seiner Strategie darauf verweisen könnte, dass er so viel ja kaum falsch gemacht haben kann. Wahrscheinlicher ist, dass Sommers weiteres Berufsleben ähnlich verlaufen wird wie das von Klaus Esser, dem Mann, der die Übernahme-Schlacht Mannesmanns gegen Vodafone ehrenvoll verlor und mit 30 Mill. Euro abgefunden wurde. Alle Branchenexperten sahen Esser als den Qualifiziertesten für die Sommer-Nachfolge - doch wegen der Ermittlungen gegen ihn kam er nie in Frage. Esser beschäftigt sich heute als Risikokapitalgeber für Kleinstunternehmen, die digitale Mobilfunkdienste entwickeln. Vielleicht berät Sommer ja bald Hersteller von Systemen zur Datenübertragung im Flugverkehr.

Quelle: Handelsblatt

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