Hintergrund: Wege der Geldbeschaffung
Vorreiter Dortmund, Bayern und Schalke

Der Finanzbedarf der Unternehmen im deutschen Profi-Fußball steigt. Die TV-Gelder, Sponsoring- und Zuschauer- Einnahmen reichen oft nicht mehr aus und zwingen die Club- Verantwortlichen, nach neuen Möglichkeiten zu suchen.

HB/dpa HAMBURG. Meister Borussia Dortmund, Bayern München und der FC Schalke 04 haben eine Vorreiterrolle bei der Geldbeschaffung übernommen.

Borussia Dortmund: Die Westfalen gingen vor zwei Jahren als erster und bisher einziger deutscher Verein an die Börse. Sie folgten damit einem Beispiel, das in anderen Ländern wie England oder Italien längst üblich ist. Mit der Ausgabe von insgesamt 13,5 Mill. Aktien und 1,5 Mill. so genannter Mehrzuteilungsoptionen nahm der Club insgesamt rund 150 Mill. Euro ein. Seit dem Börsenstart am 31. Oktober 2000 mit einer Auftakt-Notierung von 11 Euro hatten die Aktionäre wenig Spaß an dem Wertpapier. Derzeit dümpelt der Kurs trotz Meisterschaft und Champions-League-Teilnahme bei unter vier Euro. Wegen des allgemeinen schlechten Börsenklimas in den vergangenen zwei Jahren sind andere Vereine den Dortmundern nicht gefolgt. Nach Analysten-Meinung gibt es aber auch nur wenige Bundesligisten, die das Potenzial für einen Börsengang haben. Dazu gehören der FC Bayern München und Schalke 04.

Bayern München: Die neue FC Bayern AG schloss im September 2001 eine strategische Partnerschaft mit dem Sportartikelhersteller Adidas-Salomon. Der Konzern aus Herzogenaurach zahlte rund 75 Mill. Euro für einen Anteil von zehn Prozent an der Bayern AG. adidas erhält eine jährliche Dividendenzahlung und kann an einem Börsengang der Bayern AG partizipieren. Der Börsengang ist derzeit aber kein Thema. Mit den 75 Mill. Euro finanzieren die Bayern den mit dem Stadtrivalen TSV 1860 gemeinsam betriebenen Bau der Allianz Arena. adidas und Bayern München sind bereits seit 36 Jahren Partner.

Schalke 04: Mit dem im Oktober bekannt gewordenen 85-Millionen- Euro-Geschäft in Form einer Anleihe bei amerikanischen und britischen Investoren will sich der deutsche Pokalsieger Finanzmittel für neue Projekte und Spieler beschaffen. Dafür muss der Verein bis zum Jahr 2026 jährlich rund acht bis neun Mill. Euro aus seinen Zuschauereinnahmen an die Geldgeber abführen. An Zuschauer-Einnahmen hat der Traditionsverein in dieser Saison mit rund 15 Mill. Euro kalkuliert. Inspiriert wurden die Schalker durch Geschäftspraktiken in England und Italien. Allein in der englischen Premier League haben sich sieben Vereine mit Versicherungsunternehmen auf eine vergleichbare Zusammenarbeit geeinigt. Auch der AC Parma beschaffte sich auf diesem Wege Geld.

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