Hintergrund
Wer war Detlev Karsten Rohwedder?

Bevor Detlev Karsten Rohwedder im August 1990 an die Spitze der Treuhandanstalt wechselte, hatte er sich schon als Manager einen Namen gemacht. Als Vorstandsvorsitzender der Hoesch AG übernahm er 1980 die Leitung eines großen Unternehmens, das gerade durch die Stahlkrise erschüttert wurde.

ddp DÜSSELDORF. Der Jurist und Staatssekretär Rohwedder, der zuvor keine Industriepraxis hatte, erwies sich bei Hoesch als zielstrebiger und konsequenter Manager, der sich schnell Respekt verschaffte. Er leitete eine rigorose Umstrukturierung des Konzerns auf die Metallverarbeitung ein und führte das Unternehmen aus der Krise.

1990 wurde Rohwedder dann zunächst die Position des nebenberuflichen Verwaltungsratsvorsitzenden der Treuhand angetragen. Nachdem der Vorstandvorsitzende Reiner Gohlke bereits nach fünf Wochen angesichts der großen Schwierigkeiten das Handtuch warf, rückte Rohwedder nach. Zunächst ließ er sich nur für sechs Monate von Hoesch beurlauben, verließ das Unternehmen dann aber ganz, weil ihn die schwierige Aufgabe reizte.

Studium in Mainz und Hamburg

Geboren wurde Rohwedder am 16. Oktober 1932 im thüringischen Gotha als Sohn eines Buchhändlers. Nach dem Abitur studierte er Rechts- und Wirtschaftswissenschaften in Mainz und Hamburg. 1969 wurde er Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium unter dem damaligen Minister Karl Schiller (SPD). Im selben Jahr trat er in die SPD ein.

In seiner Zeit im Ministerium bis 1978 war Rohwedder insbesondere für den Bereich Industrie-, Außen- und Energiewirtschaftspolitik zuständig und wurde häufig in Verhandlungen mit der DDR eingeschaltet. Rohwedder wurde am Ostermontag 1991 in seinem Haus in Düsseldorf erschossen. Er war mit der Richterin Hergard Toussaint verheiratet. Aus der Ehe sind ein Sohn und eine Tochter hervorgegangen.

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