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Hintergrund: Wichtige Tarifverträge laufen aus

Für viele Branchen haben die Tarifvertragsparteien im Jahr 2000 Vereinbarungen mit einer mehrjährigen Laufzeit getroffen. Viele Tarifverträge mit meist bescheidenen Erhöhungen laufen im Frühjahr 2002 aus. Der folgende Überblick stellt wichtige Tarifvereinbarungen aus dem Jahr 2000 vor.

dpa FRANKFURT/MAIN. CHEMIEINDUSTRIE: Der erste Tarifabschluss einer großen Branche wird am 22. März 2000 für die westdeutsche Chemieindustrie geschlossen. Die Laufzeit beginnt je nach Bezirk im Juni, Juli oder August 2000 und endet nach 21 Monaten Ende Februar, März oder April 2002. Die 580 000 Beschäftigten der westdeutschen Chemieindustrie erhalten ab Mitte 2000 zunächst 2,2 % mehr Entgelt für zwölf Monate und dann für weitere neun Monate 2,0 % mehr. Auch die Tarifverträge zur Altersteilzeit und zur Altersvorsorge wurden weiter entwickelt.

METALL- UND ELEKTROINDUSTRIE: In Nordrhein-Westfalen wird der Pilotabschluss am 28. März 2000 ausgehandelt und dann in den anderen Bezirken übernommen. Der Vertrag gilt vom 1. März 2000 an und hat eine Laufzeit von 24 Monaten bis Ende Februar 2002. Für die Monate März und April gibt es eine Einmalzahlung von je 165 DM. Ab Mai steigen Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 3 %. Vom 1. Mai 2001 erhalten die 3,4 Millionen Beschäftigten nochmals eine Erhöhung um 2,1 % für die restlichen zehn Monate Laufzeit. Außerdem wurde ein erweitertes Modell der Altersteilzeit vereinbart, das das Ausscheiden mit 60 Jahren ermöglichen soll.

BAUHAUPTGEWERBE: Für die 660 000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe West ohne Berlin wird am 30. März 2000 eine Einigung erzielt. Der Tarifvertrag läuft 24 Monate bis zum 31. März 2002. Die Bauleute im Westen erhalten vom 1. April 2000 an 2,0 % mehr Lohn und Gehalt. Ab April 2001 gibt es 1,6 % mehr. Die Bauleute in Ostdeutschland müssen laut Schlichtungsergebnis vom 19. Mai 2000 von April 2000 bis März 2001 auf Lohnerhöhungen verzichten. Ab April 2001 gibt es 1,4 % mehr. Zudem werden die Mindestlöhne für West und Ost stufenweise erhöht.

BANKEN: Für die 470 000 Beschäftigten bei den Banken wird am 22. Mai 2001 ein Tarifvertrag für ein Jahr abgeschlossen. Für April 2001 gibt es eine Pauschale von 280 DM, ab Mai 2,8 % mehr Lohn und Gehalt. Die 13-monatige Laufzeit endet am 30. April 2002.

VERSICHERUNGEN: Bei den Versicherungen wird am 28. Mai 2001 ein Tarifvertrag für 13 Monate abgeschlossen. Für Mai 2001 gibt es eine Pauschale von 200 DM. Ab Juni gibt es 2,8 % mehr Lohn und Gehalt. Der Tarifvertrag läuft bis zum 31. Mai 2002.

ÖFFENTLICHER DIENST: Im öffentlichen Dienst geht eine der längsten Tarifrunden der vergangenen Jahre am 13. Juni 2000 ohne Streik nach Schlichtung und Urabstimmung zu Ende. Der Tarifabschluss für die 2,6 Millionen Beschäftigten sieht für die Monate April bis Juli eine Einmalzahlung von 400 DM vor. Von August an steigen die Einkommen für 13 Monate um 2,0 %, ab September 2001 um weitere 2,4 %. Das Tarifniveau Ost wird stufenweise 90 % angeglichen. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 31 Monaten bis zum 31. Oktober 2002.

EINZELHANDEL: Nach wochenlangen Warnstreiks in mehreren Bundesländern wird am 21. Juni 2001 der erste Tarifabschluss im Einzelhandel in Hamburg erreicht. Rückwirkend zum 1. Mai gibt es für zwölf Monate 2,7 % mehr Lohn und Gehalt. Zudem wird der Einstieg in die betriebliche Altersvorsorge geregelt. Andere Bezirke übernehmen den Pilotabschluss, haben aber zum Teil andere Termine für Beginn und Ende.

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