Hintergrund
Wie wird der Handy-Absatz im vierten Quartal ausfallen?

Motorola, Philips und Ericsson rechnen mit einer sinkenden Nachfrage nach Mobiltelefonen. Markführer Nokia gibt sich optimistisch, Analysten erwarten einen Preiswettbewerb.

Reuters STOCKHOLM. Der schwedische Telekomausrüster Ericcson hat am Freitag bei der Vorlage seiner Quartalszahlen vor einer Absatzschwäche bei Mobilfunktelefonen im vierten Quartal gewarnt. Es sei vor allem in Europa mit einem schwächeren Ersatzgeschäft und mit steigendem Preiswettbewerb zu rechnen, teilte Ericsson in Stockholm mit. Bereits im dritten Quartal fuhr der Netzwerk-Spezialist in seiner Mobilfunkgeräte-Sparte einen operativen Verlust von umgerechnet 938 Mill. DM ein.

Mit der Absatzwarnung schließt sich der schwedische Konzern dem US-Hersteller Motorola und dem niederländischen Handy-Produzenten Philips an, die ebenfalls vor einer möglicherweise sinkenden Nachfrage nach Mobiltelefonen gewarnt hatten. Hingegen hatte der Branchenführer Nokia am Donnerstag bei der Vorlage seiner Geschäftszahlen mitgeteilt, dass der bisherige Marktanteil von 30 % ausgebaut worden sei und man keinen Preiswettbewerb auf dem weiterhin starken Ersatzgerätemarkt spüre.

Nach Einschätzung einiger Branchenanalysten warten die Verbraucher auf technisch verbesserte Mobiltelefone und ersetzen ihre Geräte nicht mehr so schnell wie bislang durch neue Modelle. Motorola und Ericsson wird weniger Geschick bei der Entwicklung und Markteinführung von Mobiltelefonen der unteren und mittleren Preisklasse attestiert, was den Druck auf die Preise erhöht.

Ungeachtet der erwarteten Nachfrageschwäche soll die im Vergleich zum Netzwerk-Geschäft kleine Unternehmenssparte Mobiltelefone bei Ericsson weiter zum Kerngeschäft zählen. Obwohl man auch im kommenden Jahr in der Sparte einen Verlust erwirtschaften werde, werde man aus der Situation wieder herauskommen, sagte Ericsson-Präsident Kurt Hellstrom. Eine Trennung vom Mobiltelefon-Geschäft stehe nicht an. Ericsson erwartet, dass bereits im Jahr 2002 mehr Menschen mobil telefonieren werden als im Festnetz. Für das 2005 sei damit zu rechnen, dass auch mobiles Internet das Surfen über Festnetz überholen werde, hieß es.

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