Hintergrund zu Mobilcom
Vom Börsenstar zum Pleite-Kandidaten

Der Telekommunikations-Konzern Mobilcom gehört zu den Pionieren auf dem liberalisierten deutschen Telefonmarkt und war der erste Börsenstar des Neuen Marktes.

HB/dpa BÜDELSDORF. Gerhard Schmid gründete das Unternehmen 1991 und vermarktete zunächst mit nur einer Mitarbeiterin Handys auf Provisionsbasis. Zwei Jahre später erreichte Mobilcom 100 Millionen DM Umsatz, seit 1995 arbeitete es mit Gewinn.

1997 - inzwischen wurden 300 Mitarbeiter beschäftigt - ging Mobilcom an die Börse. Der Aktienkurs stieg zu Spitzenzeiten bis auf 199 Euro. Seit 1998 bot Mobilcom in Konkurrenz zur Telekom Ferngespräche an und stieg ins Internet-Geschäft ein. Gemeinsam mit France Télécom ersteigerte Mobilcom im Jahr 2000 eine UMTS-Lizenz für rund acht Milliarden Euro.

Die hohen Investitionen und das Ende des Wachstumsbooms in der Mobilfunk-Branche führten jedoch zum Streit zwischen den Partnern, der in diesem Frühjahr eskalierte. Im Juni kündigte France Télécom den Kooperationsvertrag mit Mobilcom, Schmid musste den Konzern verlassen. Als der französische Partner im September seine Unterstützung für Mobilcom einstellte, stand der schleswig- holsteinische Betrieb vor der Insolvenz. Der Bund kam mit Kreditzusagen zu Hilfe.

Im zweiten Quartal dieses Jahres hatte Mobilcom mehr Verluste geschrieben als je zuvor. Der Konzernverlust kletterte auf 172 Millionen Euro, nach 116 Millionen Euro im Quartal zuvor. Der Umsatzrückgang der vergangenen Quartale konnte hingegen mit 520 (514) Millionen Euro gestoppt werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%