Hintertür bleibt aber offen
Hoeneß tritt nach und degradiert den Kaiser

Im Streit zwischen dem FC Bayern München und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) hat Manager Uli Hoeneß die aufkeimenden Hoffnungen für eine baldige Entspannung vermutlich im Keim erstickt. "Wer sich so verhält wie die DFL, ist für mich nicht existent", sagte Hoeneß in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" (Freitag- Ausgabe). Als eine Voraussetzung für die Wiederherstellung des gestörten Verhältnisses erwartet der 51-Jährige offenbar personelle Veränderungen innerhalb der DFL-Geschäftsführung. Die jüngsten versöhnlichen Aussagen von Vereins-Chef Franz Beckenbauer zu dem Zerwürfnis bezeichnete Hoeneß als unerheblich.

HB/dpa MÜNCHEN. "Der Franz ist Präsident des e.V., wir reden mit ihm gar nicht über solche Themen", sagte der Manager und stellte ausdrücklich klar, dass beim Thema DFL allein der Vorstand der FC Bayern AG entscheide: "Alles, was die AG sagt, ist relevant - alles andere sind Meinungen." Auch Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge übte Kritik am Präsidenten. "Manchmal wäre es besser, Franz würde Rücksprache mit uns halten, um wichtige Hintergründe zu erfahren, bevor er sich öffentlich äußert", sagte Rummenigge der "tz" (Samstag-Ausgabe).

In seinem Rundumschlag bezeichnete Hoeneß die Ankündigung des Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge, der FC Bayern könne nach Auslaufen des aktuellen Fernsehvertrages nach der kommenden Saison aus der zentralen TV-Vermarktung der Bundesliga aussteigen, als leere Drohung. "Aus meiner Sicht hat das keinen konkreten Hintergrund. Wir waren immer ein verlässlicher Partner der Liga, und das wollen wir auch bleiben", betonte Hoeneß.

Rummenigge dagegen hält die Möglichkeit der Einzelvermarktung für den Verein weiter offen: "Das ist eine Option für den FC Bayern", bemerkte er laut "tz". "In Italien zum Beispiel spielen einige Clubs schon seit Jahren in einer anderen finanziellen Liga, weil sie ihre Spiele in Eigenregie vermarkten. Diese finanzielle Liga muss doch unser Anspruch sein; das sind die Vereine, mit denen wir uns messen müssen", sagte Rummenigge.

Für immer müsse das Verhältnis zur DFL nicht gestört bleiben, deutete Hoeneß in dem Interview an. "Es kann ja sein, dass sich bei der DFL die handelnden Personen bald ändern", so der 51-Jährige. Bayer Leverkusens Manager Wolfgang Holzhäuser, der als Nachfolger von Wilfried Straub, dem Vorsitzenden der DFL - Geschäftsführung, gehandelt wird, findet dabei allerdings keinen Zuspruch des FC Bayern. "Wenn wir gefragt werden sollten, würden wir da Nein sagen", so Hoeneß.

Angeblich hatte der Rekord-Meister vor dem Zerwürfnis mit der DFL geplant, selbst eine Führungsposition in der Liga anzustreben. Es sei "vorgesehen" gewesen, dass einer aus dem dreiköpfigen AG-Vorstand, Rummenigge, Karl Hopfner oder er selbst, in den DFL-Vorstand gegangen wären. "Aber das ist ja jetzt hinfällig", so Hoeneß.

Der Manager betonte, dass er persönlich immer noch "betroffen" sei über die Presseerklärung der DFL, in der speziell ihm in der Affäre um den geheimen Kirch-Vertrag ein "moralisch verwerfliches" Verhalten vorgeworfen worden war. Auch an einer Entschuldigung der DFL sei er "nicht interessiert". DFL und FC Bayern hatten ihren wochenlangen Streit um den Kirch-Vertrag ursprünglich mit einem Vergleich beendet. Der Rekord-Meister verpflichtete sich zu einer Zahlung von 3 Mill. ?.

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