Hinweise auf angepeiltes Ergebnis erwartet
Porsche nennt erstmals Neunmonats-Zahlen

Der Sportwagenhersteller Porsche will in der kommenden Woche zum ersten Mal überhaupt über den Absatz, die Produktion und den Umsatz in den ersten neun Monaten seines Geschäftsjahres berichten. Das habe aber nichts mit einem Quartalsbericht zu tun, wie ihn die Deutsche Börse AG Porsche bisher vergeblich abfordert, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag in Stuttgart.

Reuters STUTTGART. "Wir fanden nur die Zeit zwischen dem Halbjahresbericht Anfang März und den vorläufigen Zahlen Mitte September zu lang", sagte er. Porsche halte Dreimonatsberichte weiterhin für schädlich für die Unternehmensentwicklung. Das Geschäftsjahr von Porsche endet am 31. Juli. An welchem Tag der Bericht veröffentlicht wird, steht noch nicht fest.

Porsche hatte die Veröffentlichung eines Neunmonatsberichts bereits im Dezember angekündigt. Er sei daher keine Reaktion auf den abgebröckelten Aktienkurs der letzten Monate und zahlreiche Herabstufungen durch Banken. Bisher hatte das Unternehmen nur über die ersten vier und über die ersten sechs Monate gesondert berichtet, Angaben zum Ergebnis macht Porsche nur zum Halbjahr.

Analysten erhoffen sich von dem Zwischenbericht gleichwohl zumindest qualitative Hinweise auf das angepeilte Ergebnis des Konzerns im Geschäftsjahr 2002/03. Bisher hatte Vorstandschef Wendelin Wiedeking nur einen erneuten Anstieg von Umsatz und Ergebnis angekündigt, ohne sich auf eine Zahl festzulegen. In den sechs Monaten bis Ende Januar war das Ergebnis vor Steuern noch einmal um 19 % auf 185,7 Mill. ? gestiegen. Den Löwenanteil seines Ergebnisses erzielt Porsche jedoch im Frühjahr und Sommer. Analysten trauen dem Autobauer derzeit im Durchschnitt einen Gewinn von 940 (2001/02: 828,9) Mill. ? vor Steuern zu.

Nur für den Absatz hat Porsche ein Ziel genannt. Rund 65 000 Einheiten sollen es dank des neuen Gelände-Sportwagens "Cayenne" 2002/2003 werden nach 54 234 ein Jahr zuvor. Der seit Dezember in Deutschland und seit März in den USA verkaufte Cayenne soll damit die drastischen Einbußen der beiden Sportwagen-Modelle Boxster und 911er kompensieren, die sich vor allem in den USA abzeichnen. Dort verkauft Porsche rund 35 % seiner Autos.

Den Erfolg des Cayenne bewerten die Analysten unterschiedlich. Während Stephen Reitman von Merrill Lynch für 2004 schon eine Aufstockung der Jahresproduktion auf 34 000 von den geplanten 25 000 Einheiten erwartet, hat Thomas Aney (Dresdner Kleinwort Wasserstein) in den USA wachsende Cayenne-Lagerbestände gesehen - absolut ungewöhnlich für einen Porsche.

Von der Dollar-Schwäche, die die Sportwagen aus Deutschland in den USA teurer macht, sieht Porsche sich nicht betroffen. Die Währungsrisiken hat Wiedeking nach eigenen Angaben bis 2006 voll absichern lassen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%