Hinweise auf Programme erhofft
„Dr. Bazillus“ in US-Gewahrsam

Die US-Truppen im Irak haben offenbar zwei "dicke Fische" gefangen: Neben der mutmaßlichen Leiterin des irakischen Biowaffenprogramms, Rihab Taha, sollen die US-Truppen im Irak auch den ehemaligen Stabschef der irakischen Armee, Ibrahim Achmed el Sattar Mohammed el Tikriti, in Gewahrsam genommen haben. Das berichtete der US-Fernsehsender CNN am Montag.

HB/dpa/rtr WASHINGTON. Das Pentagon konnte dies zunächst nicht bestätigen. Sattar war die Nummer elf auf der US-Liste der 55 meistgesuchten Iraker. Über die Umstände der Festnahme lägen keine näheren Angaben vor, berichtete der Sender.

Taha wurde wegen ihrer Tätigkeit von den Medien häufig als "Dr. Bazillus" bezeichnet. Sie hat sich offenbar den US-Militärs gestellt. Taha steht allerdings nicht auf der Liste der 55 meistgesuchten Iraker. Die US-Truppen waren aber dennoch stark daran interessiert, sie zu finden, da sie sich von ihr konkrete Hinweise auf Massenvernichtungswaffen erwarten, die bisher nicht gefunden wurden. Taha hatte allerdings in einem Interview eines amerikanischen Fernsehsender noch im Februar bestritten, dass der Irak über Massenvernichtungswaffen verfüge. Die Waffen seien alle vor einem Jahrzehnt zerstört worden. Die Absolventin der britischen Universität von East Anglia ist mit dem früheren irakischen Ölminister Amir Muhammed Raschid verheiratet. Dieser hatte sich am 28. April den US-Truppen gestellt.

Vor einer Woche hatte sich mit Huda Salih Mahdi Ammasch, einer studierten Biologin, bereits eine Biowaffen-Expertin des gestürzten Regimes von Saddam Hussein den Alliierten gestellt. Die UN-Waffeninspekteure hatten für die Spitzenwissenschaftlerin, die nach US-Angaben in den neunziger Jahren maßgeblich am irakischen Programm für biologische Waffen beteiligt war, noch einen anderen Namen: Sie nannten sie wegen ihrer Rolle "Frau Milzbrand".

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