Hinweise auf Terroranschlag verdichten sich
Ermittlungen zu Djerba gehen weiter

Generalbundesanwalt Kay Nehm hat die Ermittlungen aufgemommen. Sowohl Bundesregierung als auch Bundesanwaltschaft bekräftigten, dass sie trotz fehlender eindeutiger Beweise von einem Anschlag ausgehen.

dpa BERLIN/KARLSRUHE. Nehms Sprecherin Frauke-Katrin Scheuten teilte in Karlsruhe mit, dass sich die Hinweise auf einen Terroranschlag verdichtet hätten. "Eindeutige Beweise liegen aber noch nicht vor", sagte die Sprecherin. Sie bestätigte einen Bericht der "Stuttgarter Zeitung" (Dienstag), wonach Nehm bereits am Samstagabend das bisher bei der Staatsanwaltschaft Heilbronn angesiedelte Verfahren an sich gezogen haben. Zuvor hatte Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) die Aufklärungsarbeit der tunesischen Behörden, die den Unglücksort umgehend von Spuren gesäubert hatten, kritisiert.

Von den deutschen Opfern, die in verschiedenen Kliniken in Deutschland liegen, war bei mindestens acht Verletzten der Zustand noch kritisch. Insgesamt waren nach der Explosion vor der historischen Synagoge von Djerba 15 Menschen gestorben, darunter zehn deutsche Urlauber.

Bundeskanzler Gerhard Schröder sagte, sollte sich herausstellen, dass es ein Anschlag war, werde die Bundesregierung alle Möglichkeiten nutzen, die Täter zu ergreifen. "Djerba zeigt, dass der, der geglaubt hat, das Problem des internationalen Terrorismus sei gelöst, geirrt hat", sagte er nach einer SPD-Präsidiumssitzung.

Bis Montag hatten sich beim Bundeskriminalamt (BKA) zwölf Anrufer mit Beobachtungen zur Explosion gemeldet. Drei Beamte des BKA sind nach Angaben des Schily-Sprechers Rainer Lingenthal in Tunesien. Sie hätten dort keine eigene Ermittlungsbefugnis. Den deutschen Behörden würden aber keine Informationen von tunesischer Seite vorenthalten.

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