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Hiobsbotschaft bei Intel belastet die Wall Street

Der Schreckschuss kam aus heiterem Himmel. Intel veröffentlichte gestern nach Börsenschluss eine Gewinnwarnung. Der weltweit größte Chiphersteller gab bekannt, er werde die Umsatzerwartungen für das laufende dritte Quartal nicht erfüllen. Die Hiobsbotschaft dürfte zum Wochenschluss den gesamten Sektor belasten. Die S&P Futures deuten auf einen hektischen Tag in der Verlustzone.

Intel

meldete, der Umsatz werde im Vergleich zu den im zweiten Quartal erzielten 8,3 Milliarden Dollar lediglich um drei bis fünf Prozent steigen. Analysten hatten mit einem Wachstum von rund fünf Prozent gerechnet. Das Intel-Management macht eine geringere Nachfrage in Europa für die Umsatz-Flaute verantwortlich. Angesichts des schwachen Euro haben sich ihre Produkte verteuert. Experten befürchten hingegen, die Umsatzwarnung sei ein Signal für einen allgemein geringeren Bedarf an Computer-Hardware, da die Negativprognose in die traditionell stärkere zweite Jahreshälfte fällt. Nachbörslich fiel Intel um rund 20 Prozent ins Minus, das ist ein Wertverlust von 77 Milliarden Dollar. Der Chiphersteller zieht weitere Halbleiter- und Computerhersteller wie Advanced Micron, Micro Devices, Dell, Compaq, Microsoft, Cisco und Applied Materials vor Handelsbeginn in den Keller. Die Analystenhäuser bleiben zwar überwiegend bei ihrer Kaufempfehlung, setzen aber dabei ihr Kursziel herunter.



Unter dem schwachen Euro hatten in den vergangenen Monten auch andere Wert zu leiden. Mc Donald´s, Colgate und Coca Cola warnten bereits vor unerwartet schlechten Quartalszahlen. Doch nun sind die Werte wieder attraktiv. So dürfte Coca Cola zu Wochenschluss von positiven Kommentaren von Goldman Sachs profitieren. Der Wert steht wieder auf der Empfehlungsliste. Die Begründung lautet, dass der derzeitige Kurs eine ausgezeichnete Kaufgelegenheit darstelle. Das Kursziel sehen die Experten bei 65 bis 70 Dollar pro Aktie



Das Capital Venture Unternehmen CMGI freut sich über ein gutes Quartalsergebnis. Das Unternehmen versechsfachte seinen Umsatz im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 377 Millionen Dollar. Der Verlust fiel mit rund 634 Millionen Dollar deutlich besser aus, als ursprünglich von Analysten erwartet war. Für die Zukunft werden wieder schwarze Zahlen erwartet. Vor einem Jahr hatte CMGI schon mal den Sprung in die Gewinnzone geschafft, damals mit dem besten Ergebnis der Firmengeschichte.



Gefragt dürfte am Morgen auch der Wert von United Parcel Service sein. Der größte Paketlieferdienst der Welt hat einen dicken Fisch an der Angel, denn das Unternehmen steht kurz davor eine Flugroute in die Volksrepublik China einzurichten. Auch Delta Air Lines, American Airlines und Polar Air Cargo buhlen um die Route. UPS hat nun gute Chancen den Zuschlag zu erhalten. UPS hatte bereits im Juni damit gelockt, die Gebühren für Lieferungen nach China 37 Prozent billiger anzubieten als der Konkurrent FedEx.



Kursabschläge dürfte es bei General Motors geben. Denn Groß-Investor Carl Icahn stößt GM-Aktien im Wert von schätzungsweise knapp 15 Millionen Dollar ab. Erst vor einem Monat hatte Icahn die Aktien erworben, zeigt sich jedoch nun darüber verärgert, dass GM den anstehenden Aktienkauf im Vorfeld bekannt gegeben hatte. GM Titel dürften an der Wall Street heute also keine Mangelware sein.



Gefragter dürften dagegen die Papiere von Ford sein. Denn Investmenthaus Paine Webber empfiehlt die Aktie zum Kauf. Das Kursziel sehen die Experten bei 46 Dollar.

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