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Hiobsbotschaft: Kiefer und Schüttler fehlen beim Daviscup

Die Tennis-Nationalmannschaft kämpft mit dem letzten Aufgebot um die Rückkehr in die Weltelite. Als das Daviscup-Team von Kapitän Patrik Kühnen nach Bratislava aufbrach, dämpfte eine weitere Hiobsbotschaft den verhaltenen Optimismus vor dem Relegationsspiel gegen die Slowakei.

dpa HAMBURG. Die Tennis-Nationalmannschaft kämpft mit dem letzten Aufgebot um die Rückkehr in die Weltelite. Als das Daviscup-Team von Kapitän Patrik Kühnen nach Bratislava aufbrach, dämpfte eine weitere Hiobsbotschaft den verhaltenen Optimismus vor dem Relegationsspiel gegen die Slowakei.

Nach Nicolas Kiefer, der sich bei den US Open eine schwere Verletzung am Schlagarm zugezogen hat und nur als Fan dabei ist, meldete sich auch Rainer Schüttler mit einer infektiösen Angina und hohem Fieber ab. "Das ist ein schwerer Schlag", sagte Kühnen, "aber ich glaube trotzdem daran, dass wir gewinnen können und den Abstieg vom Vorjahr korrigieren werden."

Auf den Schultern von "Leitwolf" Thomas Haas lastet nun die ganze Verantwortung im Richtung weisenden Spiel für das deutsche Tennis. Auch wenn es Kühnen nicht ausspricht: Drei Punkte werden von dem Daviscup-Experten, der von 14 Daviscup-Spielen nur eines verloren hat, gegen die gefährlichen Dominik Hrbaty sowie Karol Kucera oder Karol Beck erwartet: zwei im Einzel, einer im Doppel mit Alexander Waske. Nur gut, dass die zweifach operierte Schulter des Hamburgers hält und er seiner besten Form wieder nahe gekommen ist.

Mit einer großen Portion Selbstvertrauen reiste Debütant Florian Mayer an, auch wenn er im Halbfinale von Bukarest dem Russen Igor Andrejew mit 6:2, 1:6, 4:6 unterlag und sein erstes ATP-Endspiel verpasste. "Ich bin total eingebrochen, auch die Einstellung war heute nicht so gut. Außerdem hatte ich müde Beine", meinte Mayer nach dem Match auf rotem Sand. Vor dem Wechsel auf den harten Hallenboden von Bratislava fürchtet sich der 20-Jährige nicht. Aber sein Trainer Ulf Fischer dämpft die hohen Erwartungen: "Florian ist grundsätzlich sehr gut drauf. Aber wie er mit dem Druck und der Verantwortung umgeht, wird man sehen."

Mit kochender Stirn und Schüttelfrost war indes Schüttler aus Peking heimgekehrt und direkt zum Frankfurter Uni-Professor Wilfried Banzer gefahren. "Rainer ist nicht spiefähig", entschied der Hausarzt des 28-Jährigen, der in Bratislava als Team-Doktor dabei ist. "Es ist dringend notwendig, dass er die Krankheit restlos auskuriert." Mindestens eine Woche dürfe der Korbacher sich körperlich gar nicht belasten. Damit er die Kollegen nicht ansteckt, wird Schüttler auch nicht nach Bratislava kommen. Kiefer ist dagegen als Fan mit bandagiertem Arm mitgefahren.

"Es tut mir unheimlich leid, dass ich nicht dabei sein kann, denn ich spiele wahnsinnig gerne für Deutschland", verkündete Schüttler auf seiner Homepage. Schon bei den US Open hatte er sich schlecht gefühlt, die Symptome aber nicht ernst genommen. "Möglicherweise hat er die Krankheit verschleppt", meinte Banzer. Für Schüttler nominierte Kühnen den Augsburger Philipp Kohlschreiber, der vor zwei Jahren beim World Team Cup ein Mal in der Nationalmannschaft gespielt hat, im Daviscup aber wie Mayer sein Debüt feiert. "Ich bin sicher, dass Tommy, Florian und Alex das geregelt kriegen", meinte Schüttler. Und auch Kühnen verbreitete Zweckoptimismus: "Man kann unser Pech auch positiv deuten: Vielleicht ist es ja die Chance für die Jungen."

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