Hiobsbotschaften belasten
CS Group sucht neue Mittel

Umrahmt von gleich einer ganzen Reihe von Hiobsbotschaften hat der Schweizer Finanzkonzern Credit Suisse Group am Dienstag eine Wandelanleihe über eine Milliarden Franken zur Stärkung der Kapitalbasis angekündigt.

Reuters ZÜRICH. Obwohl der Konzern keine Eigenkapitalprobleme hat, wurde die Aufstockung von Marktbeobachtern begrüsst. Zugleich hagelte es aber auch schlechte Nachrichten. Eine Sonderabschreibung in den USA, eine wohl bevorstehende Millionen-Busse der US-Finanzmarktaufsicht SEC und die Rückstufung der Kreditwürdigkeit durch Standard & Poor's setzten CS zu. Die Aktien des zweitgrössten Schweizer Finanzkonzerns verloren fünf Prozent auf 31,80 Franken.

Das Sorgenkind ist die Investmentbank Credit Suisse First Boston. Die CSFB muss auf eine Anleihe der National Century Financial Enterprises (NCFE) in ihrem Portfolio eine Abschreibungen von 214 Millionen Dollar (rund rund 320 Millionen Franken) vornehmen. Quellen zufolge sind die Rückstellungen dafür bisher noch nicht erfolgt.

CSFB, die in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres einen Verlust von 610 Millionen Franken verzeichnete, rechnete schon bisher auch für das vierte Quartal mit einem Verlust, der nun höher ausfallen könnte als bisher erwartet. Im Jahr 2003 soll CSFB nach den Worten ihres Chefs John Mack aber wieder profitabel arbeiten.

In die Rechnung des vierten Quartals dürfte auch noch 250 Millionen Dollar als Sonderaufwand eingehen, die CSFB informierten Kreisen zufolge zur aussergerichtlichen Regelung von Untersuchungen im Zusammenhang mit irreführenden Aktienanalysen zahlen solle. CSFB ist da aber nicht alleine. Zahlen müssen in dieser Sache auch andere Banken; den Angaben zufolge muss etwa Citigroup mit 500 Millionen Dollar Busse rechnen und der Schweizer Rivale UBS mit 75 Millionen.

Der CS-Konzernverlust betrug im dritten Quartal allein 2,15 Milliarden Franken und lag für die ersten neun Monate bei 2,36 Milliarden Franken. Für das Jahr 2002 soll lediglich eine Dividende von zehn Rappen je Aktie ausgeschüttet werden.

In US-Zeitungen kam kürzlich im Zusammenhang mit Spekulationen über einen Verkauf des Wertpapier-Clearing-Systems Pershing die Vermutung auf, bei der CS Group bestehe in der Eigenkapitalfrage eine "neue Dringlichkeit".

Schweizer Analysten wollten dieser Spekulation nicht folgen. Die Lage bei der CS sei sicher nicht so komfortabel wie bei UBS oder der Deutschen Bank, aber der Konzern gehöre im europäischen Vergleich noch lange nicht zu den Sorgenkindern, so Christoph Ritschard von der Zürcher Kantonalbank. "Sie lassen den Worten nun Taten folgen," sagte Claudia Meier von der Bank Vontobel. Die CS Group hatte die Kapitalbeschaffung bereits vor rund zwei Wochen bei der Vorlage des Zwischenberichts für das dritte Quartal angekündigt.

Die Ratingagentur S&P liess sich auch von der angekündigten Wandelanleihe nicht davon abhalten, die CS Group aufgrund einer schlechten Ertragslage auf "A" von "A+" zurückzustufen. Die Ertragslage werde sich auch im kommenden Jahr wohl nicht substantiell verbessern, erklärte S&P.

Bei der geplanten dreijährigen CS-Wandelanleihe handelt es sich um so genannte Mandatory Convertible Securities, die bis zum 23. Dezember 2005 laufen und mit 5,75 Prozent verzinst werden. Dazu gibt es noch eine Dividende. Beide Zahlungen könne aber ausfallen, wenn die CS keine Dividende auf ihre Aktien ausschüttet.

Am Ende der Laufzeit werden die Papiere automatisch in CS-Aktien gewandelt, falls sie nicht vorzeitig umgetauscht wurden, hiess es weiter. Die ZeichnungFrankenist läuft vom 2. bis 6. Dezember und die Mandatory Convertible Securities sollen über ein Vorwegzeichnungsrecht zuerst den bestehenden Aktionären angeboten werden. Die nicht gezeichneten Titel werden dann institutionellen Investoren offeriert. Die endgültigen Konditionen werden in einem offenen Bookbuilding-Verfahren spätestens am 11. Dezember festgelegt.

Der Verwässerungseffekt dürfte laut einer Schätzung der ZKB bei 2,5 Prozent liegen, andere Schätzungen kamen auf drei Prozent. Das hängt aber vom Kursverlauf der CS-Aktie ab. Der maximale Wandelpreis beträgt 122 Prozent des Aktienkurses zum Zeitpunkt der Preisfixierung. Der minimale Wandelpreis entspricht dem Aktienkurs zu diesem Zeitpunkt. Es gibt zudem noch ein minimales und ein maximales Wandelverhältnis. Die Emission kann um 250 Millionen Franken aufgestockt werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%