Historisches Dopingurteil
Schweizer Gericht bestätigt CAS

Das Schweizerische Bundesgericht wies den Einspruch der russischen Skilangläuferinnen Olga Danilowa und Larissa Lazutina gegen ihre Dopingsperren ab und so das Urteil des Internationalen Sportgerichts CAS vom 29. November 2002 bestätigt.

dpa LAUSANNE. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne hat in seiner Rechtsprechung einen bedeutsamen Sieg mit Signalwirkung errungen. Das Schweizerische Bundesgericht wies den Einspruch der russischen Skilangläuferinnen Olga Danilowa und Larissa Lazutina gegen ihre Dopingsperren ab und so das Urteil des Internationalen Sportgerichts vom 29. November 2002 bestätigt. Dies teilte der CAS am Dienstag in einer Presseerklärung mit. Lazutina und Danilowa waren bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City positiv auf das Blutdopingmittel Darbopoeitin getestet worden.

"Das ist ein historischer Moment für den CAS", erklärte dessen Präsident Kéba Mbaye, "das Urteil würdigt die fast 20-jährige Arbeit und unsere Anstrengungen, eine unabhängige, effektive Gerichtsbarkeit zur Schlichtung von Streitfällen im Sport aufzubauen." Das Bundesgericht, die höchste Schweizer Instanz, habe ein "klares Signal" zur Unterstützung des CAS im Interesse des Weltsports gegeben.

Das Bundesgericht hatte sein Grundsatzurteil, den Einspruch der beiden Athletinnen abzuweisen, bereits am vergangenen Freitag bekannt gegeben. Alle Argumente der beiden Dopingsünderinnen seien entkräftet worden. Der CAS habe seine Unabhängigkeit und Unparteilichkeit unter Beweis gestellt, betonte das Schweizerische Bundesgericht, und sei heute "einer der Grundpfeiler des organisierten Sports".

Lazutina war bereits vor den Winterspielen zwei Mal positiv auf Darbopoeitin getestet worden. Da alle Ergebnisse nach der ersten positiven Kontrolle in Salt Lake City annulliert wurden, musste die Russin nach Gold über 30 km auch ihre im Jagdrennen und Massenstart gewonnenen Silbermedaillen zurückgeben. Sie bleibt bis zum 8. Dezember 2003 gesperrt. Danilowa, die bis zum 20. Februar 2004 keine Rennen bestreiten darf, konnte Olympia-Gold im Jagdrennen und Silber über 10 km klassisch behalten.

Der CAS kann die Akte Salt Lake City aber immer noch nicht schließen. Auch der Fall Johann Mühlegg ist noch nicht vom Tisch. Ebenfalls wegen Blutdopings bei den Winterspielen war der für Spanien startende Allgäuer bis zum 20. Februar 2004 suspendiert worden. Der CAS hatte Ende Januar 2002 die Berufung Mühleggs gegen die Sperre abgelehnt.

Die Nationalen Olympischen Komitees Norwegens und Kanadas hatten beantragt, dass Lazutina, Danilowa und Mühlegg für alle olympischen Rennen nachträglich disqualifiziert werden und damit alle Medaillen zurückgeben müssen. Dazu findet am 9. September in Lausanne eine Anhörung statt.

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