Hitlisten der Vermögensverwalter sind zunehmend gefragt
Hitlisten durchleuchten Vermögensverwalter

Weil der Markt der Vermögensverwalter intransparent ist, wird ein neutraler Vergleich der Anbieter schwierig. Dabei gäbe es durchaus Gründe, die "Königsklasse" der Geldvermehrung genauer zu durchleuchten.

fw/pk DUESSELDORF. Weil der Markt der Vermögensverwalter intransparent ist, wird ein neutraler Vergleich der Anbieter schwierig. Dabei gäbe es durchaus Gründe, die "Königsklasse" der Geldvermehrung genauer zu durchleuchten, denn "nur knapp 20 Prozent der Asset Manager schlagen die Märkte", weiß ein Branchenkenner zu berichten. Immerhin gibt es schon ein paar Pioniere, die mit Performance-Listen versuchen, eine Orientierung zu ermöglichen.

Ein Beispiel ist die WSH Deutsche Vermögenstreuhand in Düsseldorf. Sie hat einfach die Depots ihrer eigenen Kunden verglichen, wie Marc Overwien, der Leiter des Vermögenscontrollings, erläutert. WSH überwacht für die eigenen Kunden deren Anlage bei anderen Verwaltern. Rund 100 Depots von insgesamt etwa 40 Vermögensverwaltern sind in die Auswertung eingeflossen - und zwar ausschließlich reine Verwaltungsmandate, bei denen der Anbieter die Anlageentscheidungen trifft. "Wir decken noch nicht den Markt ab", sagt Overwien selbst.

Trotzdem gibt die Tabelle einen Eindruck, welche Ergebnisse für die einzelnen Anlagekategorien möglich waren - nach allen Kosten. Wer zum Vergleich die Statistik des Bundesverbandes Deutscher Investmentfonds heranzieht, stellt fest, dass die besten der von WSH verglichenen Vermögensverwalter im Jahr 2001 in etwa ähnliche Ergebnisse abgeliefert haben wie die besten Fonds. Im Segment deutscher Aktien war zum Beispiel der Astra-Fonds FI mit 6,8 Prozent Plus Spitzenreiter. Dieser Fonds wird allerdings von einem unabhängigen Vermögensverwalter gemanagt, nämlich Jens Ehrhardt in München.

Die wenigsten Anbieter sind in allen Klassen gut

Eine wichtige Erkenntnis von WSH: Die wenigsten Anbieter sind in allen Klassen gut. Speziell bei den europäischen Aktien fiel auf, dass die auf Fonds gestützten Depots im mittelmäßigen Bereich blieben, die Klassensieger setzten hingen auf die Auswahl einzelner Aktien.

Auch die FirstFive Deutschland AG veröffentlicht immerhin die besten fünf Vermögensverwalter aus rund 70 Anbietern, die schlechtesten bleiben aber im Dunkeln. Dabei ist in der Branche bekannt, dass bei den Schlusslichtern in der Verwaltung auf Einzelwertbasis im Jahr 2001 bis zu 60 Prozent der anvertrauten Mittel abschmolzen.

Während WSH eine regionale Aufteilung vornimmt, bildet FirstFive Risikoklassen. Die Depots werden sowohl von Kunden als auch von den Anbietern für den Vergleichstest zur Verfügung gestellt. Alle deutschen Großbanken und die großen angelsächsischen Anbieter sind dabei. Vorstandsvorsitzender Steffen Pauls von First Five glaubt, dass Depots "unter Beobachtung" eines unabhängigen Dienstleisters sauberer gemanagt werden. Außerdem habe sich gezeigt, dass bei gleichem Depotvolumen Kostenunterschiede bis zum Faktor zehn aufgetreten seien, teilweise seien die Kosten dann nach Reklamationen rückerstattet worden. Aus der jetzt dreijährigen Beobachtungspraxis habe sich gezeigt, dass die "besseren Vermögensverwalter auch gut bleiben", das gelte jedenfalls für das obere Drittel der Depotmanager.

Im ersten Quartal 2002 lieferten die Depotmanager wieder bessere Resultate ab, die im "Investor" erstmals genannt werden. Bei den dynamischen Portfolios schob sich Goldman Sachs mit einem Plus von gut 14 Prozent auf Basis von zwölf Monaten an die Spitze, Platz zwei belegte Albrecht von Witzleben mit knapp 13 Prozent. Unter den ausgeglichenen Depots lag die Lampe Bank mit plus 3,8 Prozent vorn.

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