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Hitze schlägt aufs Gemüt

Hitzewelle in den USA mit Rekordtemperaturen. New York stöhnt. Dem Empire State Building und Chrysler Building werden die Außenbeleuchtung abgedreht, damit genügend Strom für die Klimaanlagen bleibt. Die Wasserhydranten auf der Straße werden von den Leuten für eine Erfrischung aufgedreht - damit fällt der Wasserdruck in der Stadt. Und nicht nur der Leitungsdruck sinkt, sondern auch die Kaufstimmung.

Der Nasdaq Composite-Index durchlebt eine Durststrecke und fällt den sechsten Tag in Folge. Das gab es das letzte Mal vor einigen Monaten. Er hat die Unterstützungslinie, die viele Experten bei 1950 Punkten sehen, durchbrochen. Das Kursbarometer fällt zur Mittagsstunde um knapp zwei Prozent. Der Dow Jones-Index kann seine Verluste wegmachen und legt mittlerweile leicht zu. Öl- und Pharmaaktien steigen am deutlichsten.

Die Wirtschaftsdaten wollen keine rechte Erfrischung aufkommen lassen. Von Inflation ist keine Rede mehr, stattdessen geht das Wort von der Deflation auf dem Parkett um. Die Erzeugerpreise sind im Juli um 0,9 Prozent, und damit sehr viel stärker als erwartet, gesunken. Was für die Verbraucher eine gute Meldung zu sein scheint, kann sich als Kopfnuss für die Unternehmen erweisen. Sie sind anscheinend nicht in der Lage, gestiegene Produktionskosten an die Konsumenten weiter zu geben. Das drückt auf die Gewinnmargen.

Die Analysten von Goldman Sachs und Credit Suisse First Boston legen dem Softwaresektor die Daumenschrauben an. "Die Lage wird sich wahrscheinlich verschlechtern", schreiben die Analysten. Die Experten reduzieren ihre Gewinnaussichten gleich für mehrere Firmen. So werden beispielsweise die Ertragsprognosen für Oracle und Siebel Systems gesenkt. Dieser Schritt erfolge bewusst, bevor die beiden Unternehmen ihre Quartalszahlen präsentieren, denn schon jetzt zeichne sich ab, dass die bisherigen Schätzungen "zu optimistisch" seien, heißt es. Der Sofwaresektor verliert am stärksten. Microsoft führt die Verliererliste im Dow und and der Nasdaq an. Auch Computer- und Chipwerte geben deutlich nach.

US Airways ist nicht nur beliebter Übernahmekandidat. Jetzt hat sich die Fluggesellschaft auch für den Club der Gewinnwarnungs-Unternehmen qualifiziert. Die Mitgliederzahl wächst stetig. Die sechstgrößte Fluggesellschaft der USA erwartet für das dritte Quartal 2001 Verluste in Höhe von 160 Millionen Dollar. Schuld daran seien rückläufige Ticketverkäufe in der lukrativen Business Class. Das wiederum ist auf die allgemeine Konjunkturflaute in den USA zurückzuführen. Im laufenden Jahr hat das Papier an der New Yorker Börse schon die Hälfte seines Wertes eingebüßt. Die Aktie von US Airways verliert nur moderat.

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