Hitzeschlacht in Malaysia
Schumacher gibt sich siegessicher

Der Formel 1 droht eine einseitige und langweilige Saison: Einige Konkurrenten bezweifeln bereits vor dem zweiten Rennen der Saison, dass sie den Rückstand auf den Ferrari-Piloten noch aufholen können.

HB KUALA LUMPUR. Der amtierende Weltmeister geht in die Offensive. "Ich hoffe natürlich, dass ich ähnlich gut abschneiden kann wie in Melbourne. Und ich glaube, meine Chancen stehen nicht ganz so schlecht", sagte Michael Schumacher, der sonst so gerne tiefstapelt, vor dem zweiten Rennen der Saison.

Die in Australien beim Ferrari-Doppelsieg abgehängte Formel-1-Konkurrenz dagegen wird vor dem zweiten Saison-Rennen weiter von Selbstzweifeln geplagt. "Ich glaube nicht, dass wir gegen Ferrari ganz so schlecht aussehen werden wie in Melbourne, aber wie nahe kommen wir an die Roten ran?", fragte sich Williams-BMW-Pilot Ralf Schumacher, der sich am Mittwoch auf DVD noch einmal die TV-Übertragung vom ersten Rennen anschaute. "Es war interessant und zugleich beängstigend zu sehen, wie gut der Ferrari im Vergleich zu unserem Auto in vielen Kurven liegt", schrieb er auf seiner Homepage (www.ralf-schumacher.de).

"Wir alle wollen wissen, was die Ergebnisse aus Melbourne wert sind", fordert sein älterer Bruder vor dem härtesten Formel-1-Rennen der Saison am Sonntag. Für die Formel 1 werden die 56 Runden auf dem Grand-Prix-Kurs in Sepang zu einem Gradmesser. Sollte Ferrari auf den 310,408 Kilometern erneut so deutlich dominieren, ist eine einseitige und langweilige Saison zu befürchten. Falls der tropische Regen nicht die Standortbestimmung verwässert.

Noch sind die anderen Teams nicht konkurrenzfähig

"Wir sind im Augenblick etwas aus der Spur geraten", gibt der Technische Direktor von Williams-BMW, Patrick Head, zu. Genau wie die Konkurrenz von McLaren-Mercedes will auch der zweite britisch- deutsche Rennstall in dieser Saison Weltmeister werden - doch beide Teams sind momentan weit von ihrem Vorhaben entfernt. Es ist fraglich, ob sie den Rückstand aufholen können. "Bis zum Beginn der Europa-Saison sollten wir wieder konkurrenzfähig sein", sagte Teamchef Frank Williams dem Fachmagazin "auto, motor und sport". "Wir haben ein paar Verbesserungen im Köcher.

Aber es wäre vermessen, zu glauben, dass wir schon in Malaysia den Spieß umdrehen können", glaubt Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Immerhin gab es beim Test in Valencia einen Hoffnungsschimmer für die am anderen Ende der Welt abgestürzten Silberpfeile. Testfahrer Pedro de la Rosa (Spanien) war in der letzten Woche rund eine halbe Sekunde schneller als Schumachers Teamkollege Rubens Barrichello im Ferrari.

Doch der Brasilianer, der als einziger der Stammpiloten der Topteams zwischen den Rennen in Australien und Malaysia in Europa getestet und die Bridgestone-Pneus der Scuderia für Malaysia ausgesucht hat, macht der Konkurrenz keine Hoffnungen: "Unsere Reifen werden immer besser." Auch Ferraris Technik-Chef Ross Brawn wähnt sich im Vorteil: "Bridgestone hat Reifen entwickelt, die für hohe Temperaturen gedacht sind."

Keine Probleme mehr mit den Reifen

Haderte Ferrari im vergangenen Jahr vor allem bei großer Hitze noch mit den Pneus, so scheint sich die Situation nun geändert zu haben. Trotzdem hofft die Konkurrenz, denn in den vergangenen beiden Jahren haben mit dem Finnen Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes und Ralf Schumacher im Williams-BMW zwei Piloten mit Michelin-Reifen auf dem anspruchsvollen Kurs von Sepang gewonnen. "Was die Reifen betrifft - hier zweifeln ja viele - vertraue ich Bridgestone voll und ganz, und Rubens war in der vergangenen Woche beim Testen sehr zufrieden", stellte Michael Schumacher klar.

Der sechsmalige Weltmeister, im Jahr 2000 und 2001 Sieger in Sepang, scheint nicht am Erfolg des Unternehmens Titelverteidigung zu zweifeln. "In Malaysia wird sich zeigen, wo wir wirklich stehen."

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