Hitzewelle
Reihenweise fallen die Hitze-Rekorde

Ob München oder Mailand, Bari oder Berlin: Flirrende Hitze hat am Dienstag die Menschen in Europa mächtig ins Schwitzen gebracht.

dpa HAMBURG. In Deutschland löste Hoch "Xabier" bei den Wetterexperten Rekordfieber aus. "In vielen Orten sind gestern und heute Rekordwerte für diese Tage seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erreicht worden", sagte Meteorologe Wolgang Reiff vom Wetteramt Essen. Aus Köln meldete der Wetterdienst Meteomedia den Spitzenwert von 38,7 Grad. An der Nord- und Ostseeküste freuten sich die Urlauber über Wetter wie am Mittelmeer.

Viele Seen haben mit Werten um 20 Grad bereits Badetemperatur. "Die Luft ist sehr feucht, das macht das Arbeiten anstrengend", sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes in Potsdam. Auch Schlafen werde sehr beschwerlich, weil die Werte nachts kaum unter 20 Grad sinken, was für den Juni außergewöhnlich ist. In der Nacht zum Dienstag maßen die Wetterexperten in Aachen und Düsseldorf "Tropennächte" mit 24 Grad.

In Hamburg kletterte die Temperatur am Dienstag auf 32,5 Grad. Ein ähnlich hoher Wert wurde nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes an einem 18. Juni zuletzt vor 85 Jahren gemessen. Mit dem Spitzenwert aus Köln sei aber noch nicht der Juni-Rekord gefallen, sagte Jörg Kachelmann von Meteomedia. Im Juni 2000 sei es in Guteborn (Brandenburg) 38,8 Grad heiß gewesen. Für den Deutschen Wetterdienst liegt der Rekord hingegen im Jahr 1947: Am 27. Juni wurden in Frankfurt am Main 38,2 Grad gemessen.

In Italien herrschte mit 35 Grad weiter Hitze wie im Backofen, zugleich machten hohe Ozonwerte den Behörden Sorgen. In Krankenhäusern in Rom waren die Notaufnahmestationen überlaufen. Vor allem ältere Menschen litten unter den Kapriolen des Wetters. Zur Abkühlung hatte sich die Stadt Rom etwas Besonders ausgedacht: Um Fußballfans, die auf einigen Plätzen das Weltmeisterschafts-Spiel Italien-Südkorea per Video verfolgten, vor dem Hitzschlag zu schützen, rückte die Stadtverwaltung mit Schläuchen an und sprühte Wasserfontänen über die Tifosi.

In Frankreich sorgten sich die Tierschützer um das Wohl der Hunde bei der Hitze. Zehn Zentimeter über dem Asphalt herrschten über 40 Grad Hitze, warnten sie am Dienstag in Paris. Deswegen sollten Schoßhunde besser auf dem Arm getragen werden, beim Spazierengehen im Schatten laufen und durch Pfützen geführt werden, hieß es. Am Dienstag wurden in Paris und im Elsass Höchsttemperaturen von bis zu 37 Grad erwartet.

In Spanien hielt die Hitze fast unvermindert an. Allerdings reichten die Höchsttemperaturen in Sevilla oder Cordoba am Dienstag nicht mehr an 40 Grad heran, sondern erreichten nur noch 38 Grad. In den kommenden Tagen sollten von Nordwesten Wolken aufziehen und eine leichte Abkühlung bringen.

Deutschlands Schüler freuten sich über den bislang wärmsten Tag des Jahres und vielerorts auch über die Ansage "hitzefrei". Der Ansturm auf die Badeseen und Freibäder begann. Klimaanlagen und Ventilatoren liefen an den Arbeitsplätzen auf Hochtouren. Der Mineralwasser-Verkauf in den Getränkemärkten schnellte nach oben. Auf dem Feldberg (1493 Meter) im Schwarzwald wurde am Dienstagmorgen eine sensationelle "Tropennacht" mit Schnee verzeichnet. "Wir sind eben mit Siebenmeilenstiefeln in den Hochsommer marschiert", sagte der Stuttgarter Meteorologe Rolf Siegle.

Das Sommeridyll bleibt nicht ungetrübt: Am Mittwoch bringt Tief "Saskia" nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia wieder schlechteres Wetter. Bei Schauern und kräftigen Gewittern steigen die Temperaturen noch einmal auf 25 bis 35 Grad an. Es bleibt schwül. Auch am Donnerstag und Freitag gibt es viel Regen und Gewitter.

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