Hitzfeld fordert Trotzreaktion
Bei den Bayern geht die Angst vor einer Lehrstunde um

Von einem vorgezogenen Endspiel spricht nach den jüngsten Enttäuschungen bei den Münchenern vor dem Spiel gegen die "Außerirdischen" von Real Madrid niemand mehr. Zu groß ist die Angst vor einer richtigen "Klatsche". Dazu droht ein Vabanque-Spiel mit Ballack und Kahn. Denn beide sollen spielen, obwohl sie eigentlich nicht fit sind.

HB MÜNCHEN. Formkrise, Personalnot und ein übermächtiger Gegner - nie zuvor waren die Erfolgsaussichten des FC Bayern München im Fußball-Klassiker gegen Madrid so gering wie diesmal. Präsident Franz Beckenbauer befürchtet angesichts der zuletzt erschreckend schwachen Leistungen des Rekordmeisters sowie der großen Sorgen um die Fitness der Leitfiguren Oliver Kahn und Michael Ballack sogar eine Lehrstunde durch die "Außerirdischen". "Ich hoffe, es gelingt uns, dass wir ein adäquater Spielpartner sind", lautete Beckenbauers bescheidener Wunsch vor dem Hinspiel am Dienstag (20.45 Uhr/Sat.1 und Premiere).

Ottmar Hitzfeld bleibt angesichts der schlechten Vorzeichen nichts anderes übrig, als eine Trotzreaktion zu beschwören. "Jeder schreibt uns ab und sagt, Bayern wird hoch verlieren. Das wird die Mannschaft zusätzlich motivieren. Wir können als Außenseiter auftreten, das wird uns Flügel verleihen", sagte er. 59 000 Zuschauer im Olympiastadion und Millionen an den Fernsehschirmen sollen die Wiederauferstehung des FC Bayern erleben, zumal die Münchner Reals "Angstgegner" in der Champions League sind: Von acht Spielen haben sie sechs gewonnen.

"Ein Sieg", so Hitzfeld, sei Voraussetzung, um im Rückspiel am 10. März überhaupt eine Chance auf das Weiterkommen zu haben. "Aber wir wollen nicht vermessen sein und sagen: Wir wollen hier 3:0 oder 4:0 gewinnen", ergänzte der Coach: "Wir müssen am oberen Limit spielen."

Doch mit welcher Mannschaft kann das "Wunder von München" wahr werden? Wagt Hitzfeld das riskante Spiel mit Kahn und Ballack? Der Nationaltorhüter will trotz der schlechten Erinnerungen an das WM-Finale 2002, als er gehandicapt durch eine Fingerverletzung zwei Mal von Ronaldo bezwungen wurde, auf die Zähne beißen. Unter allen Umständen will er sich dem erneuten Duell mit Ronaldo stellen. Sogar 15 Spritzen bekam er dafür in den lädierten Rücken. Trotzdem versicherte Hitzfeld: "Riskant ist es nicht, wenn Kahn spielt."

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