Hitzige Diskussion bei BMW
Ralf Schumacher ist "menschlich enttäuscht" von Frank Williams

"Wenn mir jemand etwas zusagt und per Handschlag besiegelt, dann gehe ich davon aus, dass das danach nicht wieder gebrochen wird", kritisiert der Kerpener seinen Teamchef. Doch mit einem Weggang von BMW-Williams will Schumacher nicht drohen. Noch nicht.

HB HAMBURG/LONDON. Noch bevor der Streit zwischen Ralf Schumacher und Frank Williams eskalierte, ruderte der deutsche Formel-1-Pilot zurück. "Ich habe die vorerst gescheiterten Verhandlungen weder als Vertragsbruch dargestellt, noch sind meine Sätze als Drohung für einen Abgang zu verstehen", erklärte der Formel-1-Pilot am Montag auf seiner Homepage.

"Die einzige Absicht dahinter war und ist, einigen Meldungen der letzten Zeit entgegenzuwirken, die mich darstellen wollten, als ob es mir bei den Verhandlungen nur ums Geld gegangen wäre! Nicht mehr und nicht weniger", verteidigte der Kerpener sein Vorgehen.

Eine Woche vor Saisonbeginn am 7. März in Melbourne hatte der Kerpener in der "Bild am Sonntag" seinen Boss Frank Williams mit ungewohnt scharfen Worten kritisiert: "Wenn mir jemand etwas zusagt und per Handschlag besiegelt, dann gehe ich davon aus, dass das danach nicht wieder gebrochen wird." Der 28-Jährige zeigte sich "menschlich enttäuscht" von seinem Teamchef. Und: "So schwer mir und meinem Manager Willi Weber eine Trennung von unseren BMW-Freunden fallen würde - vielleicht kommt es dazu." In dem britisch-deutschen Formel-1-Team ist Willimas für die Fahrer-Verträge zuständig.

"Ich gebe nie einen Kommentar zu Vertragsverhandlungen mit Fahrern ab. Und ich lasse mich nicht in eine Diskussionen zu den Verhandlungen mit Ralf hineinziehen", stellte Williams in der britischen Zeitung "Guardian" fest. Der "Independent" spekulierte unterdessen schon über einen Nachfolger des Deutschen, der seit dem Jahr 2000 für Williams-BMW in der Formel 1 fährt. "Eine Liste der möglichen Nachfolger beinhaltet den Briten Jenson Button", behauptete die Zeitung und lieferte auch den Grund: "Schumachers Lohnforderungen von 13 Mill. Pfund (18 Mill. Euro) stoppen die Verhandlungen mit Williams."

Schumacher hätte jedoch nach eigenen Angaben auf die Hälfte seines jetzigen Gehaltes verzichtet, damit sein nach der Saison auslaufender Vertrag verlängert wird. Ursprünglich sollte der Kontrakt beim letztjährigen Saisonfinale in Suzuka (Schumacher: "Ich wollte unterschreiben") stark leistungsbezogen verlängert werden. Statt dem angeblichen 18-Millionen-Euro-Gehalt pro Jahr sollte der Bruder des sechsmaligen Weltmeisters Michael Schumacher vom nächsten Jahr an ein Festgehalt in Höhe von knapp neun Mill. Euro beziehen. Mit acht Grand-Prix-Siegen und dem Gewinn des WM-Titels hätte er nach Informationen der "Bild"-Zeitung (Montag-Ausgabe) eine Leistungsprämie in Höhe von neun Mill. Euro einfahren und damit die Höhe seines alten Gehaltes wieder erreichen können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%