HIV breitet sich besonders schnell in Asien und Osteuropa aus
Afrika bittet um Hilfe im Kampf gegen AIDS

Die Länder Afrikas haben auf dem ersten AIDS-Sondergipfel der Vereinten Nationen (UNO) um Hilfe im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit gebeten.

Reuters NEW YORK. "Die Zukunft unseres Kontinents ist trübe", sagte der nigerianische Präsident Olusegun Obasanjo am Montag vor Delegierten der rund 180 Nationen, die an der Konferenz teilnehmen. Es müsse damit gerechnet werden, dass die Bevölkerung eines ganzen Kontinents ausgelöscht werde. Weltweit tragen rund 36 Mill. Menschen den AIDS auslösenden HI-Virus in sich, davon 25 Mill. in Afrika. Derzeit breitet sich die Immunschwächekrankheit besonders schnell in Asien und Osteuropa aus.

In Malawi im Süden Afrikas sind 30 % aller Lehrer mit dem HI-Virus infiziert. In Sambia ist wegen der tödlich verlaufenden Immunschwächekrankheit eines von sieben Kindern Waise. Armut und Elend zwingen viele Frauen zur Prostitution, Schutz vor AIDS steht dabei oft im Hintergrund.

AIDS-Vorbeugung erfordert Aufklärung

Zudem sind in vielen Ländern mit AIDS verbundene Themen wie Homosexualität und die sexuelle Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen noch immer gesellschaftliche Tabus, wie die deutsche Gesundheitsministerin Ulla Schmidt auf der Konferenz sagte. AIDS-Vorbeugung erfordere offene Information, Erziehung und Aufklärung, die zu einer Änderung im Verhalten der Menschen führten. Ebenso wichtig sei die Solidarität mit infizierten und erkrankten Mitmenschen, sagte Schmidt. Deutschland werde den von UNO-Generalsekretär Kofi Annan initiierten Fonds zur AIDS- Bekämpfung unterstützen. Er könne zur Lösung Problems beitragen, aber er sei nicht die Lösung des Problems, betonte sie.

Annan hatte auf einem Afrika-Gipfel im April die Bildung des internationalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS angeregt. Er soll mit 7 bis 10 Mrd. $ (16 bis 23 Mrd. DM) ausgestattet sein. Bislang haben sich jedoch erst wenige Länder bereit erklärt, in den Fonds einzuzahlen. Zugesichert ist derzeit die Gesamtsumme in Höhe von 1,2 Mrd. DM.

Staaten uneins über Prioritäten und Methoden

Fast alle Staaten bekräftigen die Notwendigkeit der AIDS- Bekämpfung, viele sind sich aber über die Prioritäten und Methoden uneins. So wird die Frage aufgeworfen, wer den von Annan angeregten Fonds kontrollieren soll und ob damit nicht eher die Gewinne der Pharma-Unternehmen erhöht werden, indem teure Medikamente gekauft werden. Einige Länder legen das Schwergewicht auf die Behandlung der Infizierten und Erkrankten, andere auf Vorbeugung und Aufklärung.

An dem Gipfel, der am Montag begann und bis Mittwoch dauert, nehmen etwa 3 000 Politiker, Wissenschaftler, AIDS-Opfer und Wirtschaftsvertreter teil. Die Konferenz findet zwanzig Jahre nach der Entdeckung von AIDS statt.

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