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Hoch beim BVB von kurzer Dauer - 0:1 in Bielefeld

In Dortmund drohen nach einem kurzen Zwischenhoch wieder stürmische Zeiten. Alle Hoffnungen der Borussia auf einen andauernden sportlichen Aufwärtstrend entpuppten sich als Wunschdenken.

dpa BIELEFELD. In Dortmund drohen nach einem kurzen Zwischenhoch wieder stürmische Zeiten. Alle Hoffnungen der Borussia auf einen andauernden sportlichen Aufwärtstrend entpuppten sich als Wunschdenken.

Mit dem 0:1 (0:1) bei Arminia Bielefeld verspielte das Team die große Chance, im Vorfeld der brisanten Jahreshaupt- und Aktionärsversammlungen zur Deeskalation beizutragen. Aus seiner Verärgerung über den Rückfall machte Trainer Bert van Marwijk keinen Hehl: "Für die erste Halbzeit müssten wir uns eigentlich schämen. Einige Spieler haben noch immer nicht begriffen, worum es eigentlich geht."

Wie angespannt die Lage beim krisengeschüttelten Revierclub noch immer ist, verriet allein der Blick in die Gesichter der Führungskräfte. Mit Leichenbittermiene verfolgten Noch-Präsident Gerd Niebaum und Manager Michael Meier den ideenlosen Kick der Borussen auf der Tribüne der ausverkauften Schüco-Arena. Ein dritter Sieg in Folge hätte ihren schweren Gang vor die Mitglieder und die Aktionäre etwas erleichtern können. Angesichts der nun fehlenden sportlichen Perspektive dürfte die Entrüstung über den höchsten Schuldenberg in der Bundesliga-Geschichte noch zunehmen.

Anders als bei den Siegen über Hertha BSC und Bayer Leverkusen führte die mehr defensive Ausrichtung der Mannschaft gegen Bielefeld nicht zum Erfolg: Schon nach wenigen Minuten brachte Delron Buckley (8.) die konterstarke Arminia in eine glänzende Ausgangsposition und die statische Borussia in arge Verlegenheit. Erst die Gelb-Rote-Karte für BVB-Mittelfeldspieler Niclas Jensen (58.) riss die Gäste aus ihrer Lethargie. Frustriert sprach Manndecker Christian Wörns von alten Fehlern: "Heute waren wir keine Mannschaft, sondern wieder nur Einzelkämpfer."

Wie man mit einer weniger teuren Mannschaft erfolgreich und ansehnlich spielen kann, stellten die Bielefelder unter Beweis. Immer wieder setzte der famos aufspielende Fatmir Vata seine schnellen Mitstreiter Buckley und Patrick Owomoyela gekonnt in Szene. Die im Eiltempo vorgetragenen Angriffe begeisterten Fans und Trainer gleichermaßen. "Wir haben aus unseren Mitteln das Optimale heraus geholt und in der ersten Halbzeit phasenweise am oberen Limit gespielt", schwärmte Uwe Rapolder.

Im Pokal soll ein weiteres Kapitel der jüngsten Erfolgsstory geschrieben werden. Mit einem Sieg vor heimischer Kulisse über den Karlsruher SC könnte die Arminia erstmals in der Vereinsgeschichte in das Viertelfinale des DFB-Pokals einziehen. "Jetzt nur nicht abheben. Sonst kommt der Misserfolg wie ein Bumerang zurück", warnte Vata davor, den Zweitligisten zu unterschätzen.

Die Hürde für Borussia Dortmund ist ungleich höher. Geht auch das Pokal-Achtelfinale in Hannover verloren, wäre die letzte Chance auf dringend benötigte Zusatzeinnahmen verspielt. Mittelfeldspieler Florian Kringe will sich weiteren Ärger unbedingt ersparen: "Für uns ist das die große Chance, für eine positivere Stimmung und neues Selbstvertrauen zu sorgen."

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