Hochsprung
Sensationsgold für Hellebaut, Friedrich nur Siebte

Die Weltranglisten-Zweite Ariane Friedrich hat eine Olympia-Medaille im Hochsprung verpasst und wurde nur Siebte. Gold gewann Tia Hellebaut vor der Favoritin Blanka Vlasic. Friedrich war durch eine Muskelverhärtung gehandicapt.

Sie verbeugte sich brav vor dem Publikum, dann verließ sie schnurstracks den Innenraum: Die Medaillenträume von Hochspringerin Ariane Friedrich erfüllten sich bei den Sommerspielen in Peking nicht. Schuld war der Allerwerteste: "Seit zwei Tagen habe ich ein Problem mit meinem Hintern. Er ist härter als Stein", sagte die Frankfurterin. Sie hatte ein Auge auf Bronze geworfen, doch stattdessen blieb mit 1,96m nur ein geteilter siebter Platz.

Hellebaut sticht Topfavoritin Vlasic aus

Eine faustdicke Überraschung gab es in dem hochklassigen Wettbewerb an der Spitze. Europameisterin Tia Hellebaut aus Belgien brachte der favorisierten und seit 34 Wettkämpfen ungeschlagenen Weltmeisterin Blanka Vlasic (Kroatien) die erste Niederlage nach mehr als 14 Monaten und 34 Siegen in Folge bei.

Die 30 Jahre alte Hallen-Weltmeisterin im Fünfkampf steigerte sich im ersten Versuch auf 2,05m und überflügelte ihre Konkurrentin aus Osteuropa, die für diese Höhe zwei Anläufe benötigte. Bronze holte Anna Tschitscherowa aus Russland (2,03).

Für Friedrich ging es nach dem Wettkampf erstmal zum Frustessen: "Jetzt gönne ich mir Schokolade und gehe zu Mcdonalds", sagte die angehende Polizistin, die mit 56kg so leicht wie nie zuvor angetreten war. Sie wollte Deutschland in Peking die zweite Leichtathletik-Medaille nach dem Speerwurf-Bronze von Christina Obergföll (Offenburg) bescheren. "Ich war topfit und habe keine Dummheiten gemacht. Am Ende lag alles am Hintern."

Weil sich die Muskulatur in der rechten Pobacke verhärtet hatte, bekam Friedrich Probleme: "Es fiel mir schwer, technisch sauber zu arbeiten." Aufgetreten war die Verhärtung nach der souveränen Qualifikation am Donnerstag.

Stunden auf dem Igelball

Stunden verbrachte sie deshalb vor dem Finale auf einem Igelball sitzend. "Darauf bin ich die ganze Zeit herumgerollt und habe gehofft, dass es besser wird", sagte die Hallen-WM-Achte. Bei 18 vorangegangenen Wettkämpfen in diesem Jahr hatte sie schon zehnmal 2,00m oder mehr überquert.

Mit 1,95m in die Saison gekommen, erzielte sie in den vergangenen acht Monaten Bestleistungen am Fließband. Die Krönung war der Europacupsieg Ende Juni mit 2,03. Danach sprachen sowohl Friedrich als auch Trainer Günther Eisinger offen von Medaillenambitionen.

Stets warnte das Duo war auch vor der Durchschlagskraft der Konkurrenz. "Auf Tia Hellebaut muss man genauso aufpassen wie auf Blanka Vlasic", sagte der Coach noch nach der Qualifikation.

© SID

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