Hochstufung von Analysten
Nach hohem Verlust sieht Clariant Erholung

Der Spezialchemiekonzern Clariant hat 2001 wegen Sonderkosten einen Verlust von 1 242 Mill. sfr verzeichnet nach einem Vorjahresgewinn von 505 Mill. sfr.

Reuters BASEL. Clariant werde im laufenden Jahr ein besseres Ergebnis und eine bessere operative Marge abliefern als im Jahr 2001, sagte Konzernchef Reinhard Handte am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Basel. Der Ebit im Konzern sank 2001 um 44 Prozent auf 460 Millionen sfr, was einer Marge von 4,7 Prozent entsprach. Das Ziel einer Ebit-Marge von 15 Prozent werde Clariant aber später als geplant erreichen. "15 Prozent möchte ich nicht verändern, ich möchte die Zeitachse verschieben", sagte Handte.

Bisher peilte Clariant die 15 Prozent-Ebit-Marge für 2003 an. Genauere Angaben zum Zeitplan für das Margenziel wollte der Konzernchef mit Hinweis auf die unsichere Konjunkturlage nicht geben.

Der Umsatz sank 2001 um 6,7 Prozent auf 9871 Millionen sfr. Neben dem Währungseinfluss habe die Volumenminderung den Rückgang bewirkt, hiess es bei Clariant weiter. Im zweiten Halbjahr sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedriger ausgefallen. Die Rezession habe sich auf viele für Clariant wichtigen Endverbrauchermärkte wie Investitions- und Konsumgüter sowie Bau negativ ausgewirkt. Viele Investitionsentscheidungen seien aufgeschoben worden. Die Kapazitätsauslastung bei den Kunden sei zurückgegangen.

Der Gewinn vor Sondereffekten habe sich auf 140 (505) Millionen sfr verringert. Sondereffekte waren einmalige Aufwendungen von 1 865 Millionen sfr aus Restrukturierungen und Sonderabschreibungen. Andererseits habe Clariant mit Unternehmensverkäufen Erträge von 468 Millionen sfr generiert. Clariant will den Angaben zufolge für 2001 eine Dividende von 0,30 sfr je Aktie ausschütten.

In Zusammenhang mit der Wirtschaftsabschwächung und der Integration der britischen Chemiefirma BTP habe Clariant mit einem umfangreichen Restrukturierungsprogramm begonnen. Ziel ist die Stilllegung von wenger effizienten Werken und die Straffung der Verwaltung. Die Kosten für das Programm bliefen sich auf 639 Millionen sfr.

Weiter hieß es, die Nettofinanzschulden seien per Jahresende 2001 auf 4282 (5138) Millionen sfr gesenkt worden; im laufenden Jahr sollen sie unter vier Milliarden sfr abgebaut werden. Den Schuldenabbau erreichte Clariant den Angaben zufolge über die Senkung der Kostenbasis, die Freisetzung von im Umlaufvermögen gebundenen Mitteln und den Devestitionen.

Analysten sind positiv überrascht

Die Nettoverschuldung sei reduziert worden, erklärte Bernd Pomrehn von der Zürcher Kantonalbank und stufte die Clariant-Aktie auf "Übergewichten" hoch. Ulrich Steiner von bank Leu will sein "Underperformer"-Rating überprüfen. "Das operative Resultat war etwas tiefer als erwartet, aber ich bin positiv überrascht von der Reduktion der Verschuldung und der Ausblick zeigt, dass das schlimmste vorüber ist," sagte er.

"Die Zahlen waren so schlecht wie erwartet," sagte Roland Leutenegger von der Bank Sal. Oppenheim. Das Unternehmen habe Ende des vergangenen Jahres alles unternommen, um die Erwartungen der Analysten zu dämpfen. "Im zweiten Halbjahr 2002 dürfte Clariant zweifach profitieren: Neben dem zyklischen Aufschwung dürfte Clariant auch den Nutzen der Effizienzsteigerungsmassnahmen einfahren können," so Leutenegger.

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