Hochtief und IVG wollen zusammen am Flughafen arbeiten
Großflughafen Berlin nimmt offenbar Kartell-Hürde

Eine Entscheidung, ob die Baukonzerne Hochtief und IVG gemeinsam am Berliner Flughafen arbeiten dürfen, fällt am Montag. Unklar blieb, ob die Kommission Auflagen erlassen wird.

Reuters BERLIN. Das Milliardenprojekt Großflughafen Berlin-Brandenburg hat offenbar eine weitere Hürde auf dem Weg zum Baubeginn im nächsten Jahr genommen. Die EU-Wettbewerbskommission wird nach Angaben aus Branchenkreisen die Zusammenarbeit der Baukonzerne Hochtief und IVG bei dem Projekt genehmigen. Ein EU-Kommissionssprecher bestätigte lediglich, dass die Entscheidung am Montag fallen werde. Eine Hochtief-Sprecherin sagte: "Wir sind optimistisch, dass wir grünes Licht bekommen." Unklar blieb, ob die Kommission Auflagen erlassen wird.

Nach jahrelangem Rechtsstreit hatten sich die Konkurrenten IVG und Hochtief im November mit Zustimmung der Planungsbehörde zu einem gemeinsamen Konsortium zusammengeschlossen. Dies war bei Kartellrechtlern auf Kritik gestoßen, da Hochtief und IVG die einzig verbliebenen Bieter für Bau und Betrieb des Flughafens waren. Die Position des Auftraggebers (Bund, Berlin, Brandenburg) sei dann in den Auftrags-Verhandlungen mit nur noch einem Bewerber stark geschwächt, hieß es.

Der Bau soll 7 Mrd. DM kosten

Der Bau gilt mit Kosten von etwa 7 Mrd. DM als größtes Infrastrukturprojekt Europas. Mit ihm ist für die Konzerne das Recht verbunden, den Flughafen die nächsten 50 Jahre zu betreiben.

Um den Auftrag hatten sich Konsortien um Hochtief und IVG über Jahre gestritten. Hochtief wurde von der Projektplanungsgesellschaft Schönefeld (PPS) zeitweise unter Hinweis auf Verstöße gegen das Bewerberverfahren aus dem Rennen um den Auftrag genommen. Hochtief hatte sich vor Gericht aber zurück in das Verfahren geklagt.

Um zu verhindern, dass der Flughafen-Bau sich mit einem neuen Vergabeverfahren verzögert, stimmte die PPS im November einem Zusammenschluss der Konsortien zu. Hochtief und IVG halten an dem neuen Verbund als gemeinsame Konsortialführer je 26 %. Mit je 10 % sind die Bankgesellschaft Berlin und die französische Caisse des Depots beteiligt. Der Anlagenbauer ABB, die Dorsch Consult sowie die beiden Flughafengesellschaften Frankfurt/Main und Flughafen Wien halten jeweils sieben Prozent. Wegen der starken Position im Osteuropa-Geschäft mit dann drei Flughäfen war in Branchenkreisen vermutet worden, dass die EU-Kommission hier eventuell Auflagen verhänge.

Mit dem angestrebten Ende des Planfeststellungsverfahren im Jahr 2002 soll mit dem Bau begonnen werden. Die Inbetriebnahme ist für 2007 vorgesehen. Dann sollen die Flughäfen Tegel, Tempelhof und Schönefeld geschlossen werden.

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