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Hochtief verdient weniger

Deutschlands größter Baukonzern Hochtief AG hat erwartungsgemäß im Jahr 2001 einen deutlich niedrigeren Gewinn als im Vorjahr erzielt. Als Ursache nennt das Unternehmen in seinem am Freitag veröffentlichten ersten Jahresüberblick einen Verlust im inländischen Geschäft.

rtr ESSEN. Das Ergebnis nach Steuern werde "im unteren zweistelligen Millionenbereich" liegen, heißt es in dem Bericht weiter. Im Vorjahr hatte Hochtief einen Gewinn nach Steuern von 127 Mill. ? ausgewiesen. Die Größenordnung des Gewinns für 2001 hatte Hochtief-Chef Hans-Peter Keitel bereits Ende vorigen Jahres vorhergesagt. Dennoch verlor der Kurs der Hochtief-Aktie in einem schwachen Handel bis zum Mittag 2,7 % auf 18 ?.

Die Bauleistung erreichte den jüngsten Angaben zufolge in 2001 mit 13,4 (Vorjahr: 12,7) Mrd. ? einen neuen Rekord. Zu verdanken sei der aber nur dem Auslandsgeschäft, das inzwischen 80 % der Leistung ausmache. In Deutschland habe Hochtief wegen des "katastrophalen Hochbaumarktes" ein deutlich negatives Ergebnis erzielt. Beigetragen haben zu dem Verlust auch Umstrukturierungskosten in Deutschland.

Durch Straffung des Niederlassungsnetzes und Verringerung der Kapazitäten, verbunden mit dem Abbau von 1700 Arbeitsplätzen, habe Hochtief inzwischen auch in Deutschland den Grundstein für ein profitables Geschäft gelegt, hieß es weiter. Das Management hatte das deutsche Baugeschäft Anfang 2001 in dem neuen Unternehmensbereich Hochtief Construction AG zusammengefasst. Ziel ist es, durch eine Spezialisierung nur noch lukrative Aufträge zu realisieren. Dazu zählt Hochtief den Aus- und Neubau von Fußballstadien. Nach dem Ausbau des Dortmunder Westfalenstadions wird der Konzern als nächstes ein neues Fußballstadion in Mönchengladbach bauen.

Die US Turner Corp-Tochter steuerte mit 7,6 Mrd. ? nicht nur den größten Einzelbeitrag zur Bauleistung bei sondern mit 17,2 % auch die größte Wachstumsrate im Baugeschäft. Verglichen damit konnte die für das Asiengeschäft zuständige Leighton Holding mit vier Prozent auf drei Mrd. ? nur ein geringes Wachstum vorweisen. In Deutschland verringerte sich die Bauleistung um 23 % auf 2,3 Mrd. ?.

Zum laufenden Verfahren um den Berliner Großflughafen Schönefeld hieß es in dem Bericht, es sei noch keine Entscheidung über das Angebot von Hochtief und IVG gefallen. Die zuständige Planungsgesellschaft Schönefeld hatte vor einer Woche erklärt, es gebe vorerst keine Verhandlungen über den Bau. Sie machte Keitel für die Verzögerung verantwortlich, weil er in einem Interview gesagt habe, das Angebot von Hochtief/IVG werde unter keinen Umständen verbessert.

Keine Angaben machte Hochtief zu seinen Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr. Erste Aussagen hierzu dürften nach Angaben einer Sprecherin auf der Bilanzpressekonferenz im April gemacht werden. Die Hochtief-Muttergesellschaft RWE AG will sich auf absehbare Zeit von ihrer als Finanzbeteiligung geführten Bautochter trennen. Als ersten Schritt hatte RWE angekündigt, Hochtief ab diesem Jahr nicht mehr voll zu konsolidieren.

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