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Hochtief: Wachstum im Ausland, rote Zahlen im Inland

Der Essener Baukonzern Hochtief will angesichts anhaltender Verluste auf dem deutschen Baumarkt sein internationales Geschäft weiter kräftig ausbauen.

dpa ESSEN/WARSCHAU. Der Essener Baukonzern Hochtief will angesichts anhaltender Verluste auf dem deutschen Baumarkt sein internationales Geschäft weiter kräftig ausbauen. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2000 erhöhte der größte deutsche Baukonzern seine Bauleistung weltweit durch den Anstieg seines internationalen Geschäfts um 87,8 % auf 9,43 Mrd. Euro (18,4 Mrd. DM). Im Inland ging die Hochtief-Bauleistung im gleichen Zeitraum dagegen um 12,7 % auf 2,34 Mrd. Euro zurück.

Während sich die Mitarbeiterzahl weltweit in den ersten neun Monaten um 11,6 % auf 40 000 erhöhte, reduzierte sich die Beschäftigtenzahl im Inland um 8,4 % auf 12 603. Vor allem im technischen Bereich habe Hochtief derzeit jedoch wieder einen "erheblichen Personalbedarf", sagte Konzernchef Hans-Peter Keitel in Warschau. "Eine Welle des Personalabbaus" stehe nicht bevor.

Vor dem Hintergrund der negativen Entwicklung im deutschen Baugeschäft rechne Hochtief für das Gesamtjahr unverändert mit einer Halbierung des Konzerngewinns, sagte Keitel. Nach einem Rekordüberschuss von 204 Mill. Euro (399 Mio DM) im Vorjahr werde im laufenden Jahr ein um rund 100 Mill. Euro reduziertes Ergebnis erwartet. Hochtief hatte zuvor bereits eine entsprechende Gewinnwarnung veröffentlicht.

"Die roten Zahlen im Inland werden durch eine positive Entwicklung im Ausland überkompensiert", sagte Keitel. Während die Krise in der deutschen Bauwirtschaft unverändert anhalte, sei in den Ländern Ost- und Mitteleuropas auch künftig ein kontinuierliches Wachstum zu erwarten. Für den polnischen Baumarkt erwarteten Experten in den kommenden zwei Jahren Steigerungsraten von elf bis 13 %.

Keitel kündigte einen weiteren Ausbau der Aktivitäten des Essener Baukonzerns vor allem in Polen und Tschechien an. Neben dem klassischen Baugeschäft sehe Hochtief ein "erhebliches Potenzial" im Geschäft mit Projektentwicklungen, privat finanzierter Infrastruktur sowie im Umweltbereich.

In Polen hat Hochtief nach dem Erwerb der Baugesellschaften Budokor (Warschau), POZ-Building (Posen), KPIS-Cracovia (Krakau) die Unternehmen auf die Gesellschaft Hochtief Polska verschmolzen. In Tschechien hatte das Unternehmen 1999 die Mehrheit an der Gesellschaft VSB übernommen. Auch eine Ausweitung des Geschäfts auf weitere Märkte Osteuropas schloss der Hochtief-Chef nicht aus. Nach anfänglich großen Hoffnungen sehe Hochtief im russischen Markt derzeit jedoch eher eine rückläufige Tendenz.

Zu den geplanten Großprojekten des Essener Konzerns in Polen zähle unter anderem die Entwicklung eines Hotel- und Geschäftskomplexes in der Warschauer Innenstadt zusammen mit der größten polnischen Versicherung PZU S.A. mit einem Investitionsvolumen von rund 150 Mill. Euro. Daneben signalisierte Hochtief Interesse an der geplanten Erweiterung des Warschauer Flughafens.

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