Hochwasser und Versicherungen
Keine größeren Belastungen durch das Hochwasser

Die deutschen Versicherer rechnen trotz der Jahrhundert-Überschwemmungen in Süd- und Ostdeutschland nicht mit außergewöhnlich hohen Schadensbelastungen in diesem Jahr. Genaue Schätzungen über die Flutschäden in Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt gibt es aber noch nicht.

Reuters MÜNCHEN. "Wir können noch keine quantitativen Aussagen zum Schadensumfang machen", sagte ein Sprecher des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Es sei aber davon auszugehen, dass die Schäden "eher überschaubar" blieben, da nur wenige Gebäude gegen Überschwemmungen versichert seien. "Die finanzielle Belastung hält sich in Grenzen, weil die Versicherungsdichte nicht so hoch ist", sagte auch ein Sprecher der Münchener Rück. Der weltgrößte Rückversicherer gehe trotz des Hochwassers von einer Schadensbelastung aus Unwettern in Deutschland in diesem Jahr aus, die sich im Rahmen der normalen Spanne von 300 bis 500 Mill. Euro liege, wenn auch "wahrscheinlich am oberen Ende", fügte er hinzu.

Das Jahrhundert-Hochwasser hat vor allem in Ostdeutschland zahlreiche Städte und Dörfer entlang der Elbe und ihrer Zuflüsse verwüstet. In Sachsen kamen bisher 15 Menschen ums Leben, 26 Personen werden noch vermisst. Gebäude sind in der Regel zwar gegen Sturmschäden, aber kaum gegen Überschwemmungen versichert, auch wenn der deutsche Marktführer Allianz in Ostdeutschland in Anknüpfung an altes DDR-Recht eine Komplett-Absicherung von Gebäuden mit Hochwasserschutz anbietet.

Da das Hochwasser auf die nördlichen Bundesländer zurolle, seien Schätzungen über die Schäden zurzeit nur vorläufig, hieß es bei den Versicherern. "Wir haben noch kein Gesamtbild", sagte ein Sprecher des Allianz-Konzerns. "Jede Zahl, die wir jetzt nennen, wäre in einer Woche überholt, da die Schäden in weiten Teilen Ostdeutschlands und Niedersachsens noch nicht abzusehen sind". Allerdings rechnet der Versicherer mit weitaus größeren Versicherungsschäden als bei der so genannten Jahrhundert-Flut an der Oder 1997. Damals hatte der Konzern Schäden von rund 6,5 Mill. Euro reguliert.

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