Hockey Olympia
Hockey-Herren auf Halbfinalkurs

Durch einen knappen 1:0-Sieg bewahren sich die deutschen Hockey-Herren die Chance auf ein mögliches Halbfinale bei den Olympischen Spielen in Peking.

Die deutschen Hockey-Herren haben ihre Chance auf das Erreichen des Halbfinals bei den Olympischen Spielen in Peking gewahrt. Die Auswahl von Bundestrainer Markus Weise bezwang in ihrem vierten Vorrundenspiel die bis dahin ungeschlagenen Spanier mit 1:0 (1:0) und kann mit einem weiteren Sieg in der abschließenden Partie gegen Neuseeland am Dienstag (10.30 Uhr/2.30 Mesz) die Vorschlussrunde erreichen.

Moritz Fürste (33.) erzielte den Treffer für den Weltmeister, der sich gegenüber den beiden Unentschieden gegen Belgien und Südkorea deutlich verbessert zeigte. Mit acht Punkten belegt die Mannschaft in Gruppe A nun den zweiten Platz hinter Spanien (9) und vor Südkorea und Neuseeland (beide 7). Erneut erwiesen sich die Basketballer um Dirk Nowitzki als Glücksbringer für das deutsche Hockey. Sie saßen wie schon beim Sieg der Damen gegen Neuseeland auf der Tribüne.

"Wir sind sehr erleichtert, wir haben in dieses Spiel alles reingelegt", sagte der Hamburger Fürste: "Das war mit unser bestes Spiel, wir haben uns richtig reingefightet." Auch Kapitän Timo Weß strahlte nach der Ehrenrunde: "Es stand auf dem Spiel, wofür wir in den letzten anderthalb Jahren gearbeitet haben. Das wollten wir nicht wegwerfen."

Nach dem Sieg von Südkorea am Nachmittag war der deutschen Mannschaft klar, dass sie gewinnen musste, um aus eigener Kraft die Vorschlussrunde zu erreichen. "Für uns war das ein Achtelfinale, das Viertelfinale kommt gegen Neuseeland", meinte Fürste: "Für unseren Kopf ist es wohl gut, wenn es um alles oder nichts geht."

Gegen die Spanier hatte das Team zudem in diesem Jahr noch nicht gewonnen. Zuletzt gab es zwei Niederlagen beim vorolympischen Trainingslager in Barcelona. Bei Olympischen Spielen aber ist die Bilanz positiv. Die letzte Niederlage gab es 1996 in Atlanta, vor vier Jahren in Athen gewann Deutschland das Spiel um Bronze gegen die Iberer durch ein Golden Goal.

Lange Zeit nervös

Die Nervosität war angesichts der Bedeutung der Partie den Spielern von Trainer Markus Weise lange Zeit anzusehen. Immer wieder unterliefen ihnen eigentlich unerklärliche Fehlpässe im Aufbau. Die Spanier kamen so sehr viel besser ins Spiel und hätten leicht in Führung gehen können.

Schon in der vierten Minute scheiterte Pol Amat nach einem Solo an Torwart Max Weinhold. Nach einem schweren Fehlpass von Max Müller hatte Deutschland Glück, dass die Iberer den Ball selbst im Schusskreis vertändelten. Die größte Chance für Spanien vereitelte Weinhold dann in der 26. Minute mit einer erstklassigen Parade, als er einen Schuss von Eduard Arbos mit einem Blitzreflex klärte.

Ab der 15. Minute hatte das Team allerdings die anfängliche Unsicherheit abgelegt. Die Mannschaft arbeitete außerdem konzentriert in der Rückwärtsbewegung und ließ den schnellen spanischen Stürmern nur wenig Raum. Vor dem spanischen Tor hatten Matthias Witthaus (14.) und Florian Keller (17.) erste gute Gelegenheiten.

Führung überraschend

Die deutsche Führung fiel dennoch etwas überraschend. Bei einem Freischlag hatte die spanische Verteidigung Max Müller übersehen, den Schuss des Nürnbergers ließ der starke Torwart Francisco Cortez abprallen und Fürste staubte ab. Die Chance zum 2: 0 vereitelte Cortez bei der ersten Strafecke von Christopher Zeller in der 40. Minute.

Spanien verstärkte nun weiter die Offensive und setzte die deutsche Mannschaft mit Pressing früh unter Druck. Weinhold stand immer öfter im Mittelpunkt des Geschehens. Die zweite Strafecke des Vizeeuropameisters klärte er in der 42. Minute erstklassig.

Deutschland kam nur noch mit vereinzelten Kontern vor das gegnerische Tor. Trotz Unterzahl nach einer Zeitstrafe für Sebastian Biederlack überstand die Mannschaft aber auch die letzte Minute ohne Gegentreffer und jubelte nach dem Schlusspfiff ausgelassen.

© SID

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