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Hoechst-Kleinaktionäre stimmen Aktienverkauf an Aventis zu

Auf der letzten Hauptversammlung in der Hoechst-Geschichte haben die Aktionäre dem Verkauf der verbliebenen Minderheitsanteile an den Pharmakonzern Aventis zugestimmt. Damit steht der Name des Frankfurter Traditionsunternehmens endgültig vor dem Aus.

dpa-afx WIESBADEN/STRASSBURG. Auf der letzten Hauptversammlung in der Hoechst-Geschichte haben die Aktionäre dem Verkauf der verbliebenen Minderheitsanteile an den Pharmakonzern Aventis zugestimmt. Damit steht der Name des Frankfurter Traditionsunternehmens endgültig vor dem Aus. Nach Angaben von Aventis akzeptierten die Kleinaktionäre am Dienstag die Zwangsabfindung ("Squeeze-Out") in Höhe von 56,50 Euro pro Anteil. Möglicherweise drohen aber wie in anderen solchen Fällen rechtliche Auseinandersetzungen.

Der Aventis-Mutterkonzern Sanofi-Aventis hatte die Zwangsabfindung der restlichen Hoechst-Aktionäre am 23. August beschlossen. Bereits vor dem "Squeeze Out" hielt Aventis 98,1 Prozent der Kapital- und Stimmrechte an der Hoechst AG . Wie Hoechst mitteilte, fand der Beschluss eine Mehrheit von 99,88 Prozent. Mit seiner Eintragung in das Handelsregister werde Aventis alleinige Aktionärin der Hoechst AG. Zugleich entfalle die Börsennotierung der Hoechst-Aktie. Parallel dazu soll zum Jahresende Aventis auf Sanofi-Aventis verschmolzen werden.

Kritik AM Angebot

Auf der Hauptversammlung in Wiesbaden hatten Kleinaktionäre das ihrer Meinung nach zu niedrige Angebot von 56,50 Euro pro Anteil kritisiert. Auch Aktionärsschützer bezeichneten die Aktien als unterbewertet und drohten mit Klage. Aventis-Vorstand Heinz-Werner Meier nannte den angebotenen Preis hingegen angemessen. Nach Berechnungen unabhängiger Wirtschaftsprüfer liege der Unternehmenswert bei gut 31 Mrd. Euro. Eine Aktie koste damit 56,24 Euro. Diesen Wert habe Aventis auf 56,50 Euro aufgerundet.

Aventis war 1999 aus dem Zusammenschluss von Hoechst und Rhône-Poulenc hervorgegangen, die Chemiesparte von Hoechst wurde als Celanese AG abgespalten. Die Hoechst AG hatte schon nach der Umbenennung des einstigen Chemie- und Pharmakonzerns in Aventis nur noch die Funktion einer - weiterhin börsennotierten - Zwischenholding.

Start IM Jahr 1 863

Die Keimzelle des Unternehmens im Frankfurter Stadtteil Höchst geht auf das Jahr 1 863 zurück. Die Hoechst Aktiengesellschaft besteht seit 1951. In den Jahrzehnten davor gehörte das Unternehmen zur I.G. Farbenindustrie AG, die nach dem Zweiten Weltkrieg von den Alliierten zerschlagen wurde.

Zwangsabfindungen sind durch eine Neuregelung seit Anfang 2002 vereinfacht worden. Hält ein Mutterkonzern mehr als 95 Prozent der Anteile, kann das Squeeze-Out auch gegen den Willen einzelner Kleinaktionäre beschlossen werden. Auch andere Traditionsunternehmen wie Salamander oder Buderus haben auf diese Weise dem Börsenparkett den Rücken gekehrt. Der Fall Hoechst ist im Gegensatz dazu praktisch nur von formaler Bedeutung, da das Unternehmen in der alten Form nicht mehr existiert.

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