Höchste Jahresteuerung in NRW seit 7 Jahren
Analysten erwarten steigende Inflation

In Nordrhein-Westfalen sind die Preise quer durch alle Produktsparten deutlich gestiegen. Demzufolge erwarten Analysten einen Anstieg der gesamtdeutschen Inflation.

Reuters FRANKFURT. Die Teuerung in Nordrhein-Westfalen ist im Februar deutlich angezogen und lässt damit Analysten zufolge einen Anstieg der gesamtdeutschen Inflation erwarten. Wie das Statistische Landesamt am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte, kletterten die Preise zum Vormonat um 0,7 % und zum Vorjahr um 2,7 %. Dies war den Angaben nach die höchste Jahresteuerung seit sieben Jahren. Volkswirten zufolge ist der Anstieg zum einen auf saisonale und volatile Faktoren, wie Energie und Nahrungsmittel, zurückzuführen. Zugleich zeige aber die ohne Energie und Nahrungsmittel gestiegene Kerninflation, dass der Preisanstieg breit gestreut sei. Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) seien uzumindest kurzfristig nicht zu erwarten und könnten im Jahresverlauf geringer ausfallen als angenommen. Der Euro reagierte auf die Zahlen mit leichten Kursverlusten.

Nordrhein-Westfalen veröffentlichte als erstes von sechs Bundesländern seine Lebenshaltungskosten für Februar. Auf Basis dieser Zahlen errechnet das Statistische Bundesamt die vorläufige Inflationsrate für Deutschland. Von Reuters befragte Analysten rechnen mit einer Jahresteuerung in Deutschland von 2,3 % nach 2,4 % im Januar. Zum Vormonat prognostizierten sie einen Anstieg der Verbraucherpreise um 0,3 % nach 0,5 % im Januar.

Höhere Preise quer durch alle Sparten

Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilte, zogen im Vergleich zum Januar vor allem die Preise für Pauschalreisen (plus 9,7 %) und Kraftstoffe (plus 6,8 %) und Geflügelfleisch (plus 2,1 %) an. Im Jahresvergleich verteuerten sich ebenfalls Energie- und Fleischwaren am deutlichsten. Aber auch ohne Heizöl und Kraftstoffe stieg die Inflation den Angaben nach im Jahresvergleich um 2,5 % und um 0,6 % zum Vormonat.

"Die Zahlen sind auf den ersten Blick schon ein Hammer. Allerdings sind die Teuerungsraten in NRW erfahrungsgemäß immer am oberen Rand aller Bundesländer", sagte Jürgen Lüschow von der WestLB in Düsseldorf. Trotzdem werde die gesamtdeutsche Inflation im Februar wahrscheinlich auf 2,5 % von 2,4 % im Januar ansteigen. Dies mache die Sache für die EZB ziemlich eindeutig: "Höhere Preise in Deutschland zusammen mit dem starken Ifo-Index vom Vortag sind keinesfalls ein Anreiz für Zinssenkungen. Die EZB wird an ihrer neutralen Haltung vorerst nichts ändern", sagte er.

Zinssenkungen seien in weiter Ferne

Auch Christoph Hausen sieht Zinssenkungen der europäischen Währungshüter weiter in die Ferne gerückt. "Eine starke Zinssenkung wird es vorerst nicht geben. Zudem könnte sich eine Senkung nach hinten verschieben", sagte er. Der Preisanstieg sei nicht allein auf höhere Energiekosten zurückzuführen. Die Preissteigerungen seien viel breiter verteilt. "Das ist eigentlcih kein gutes Zeichen, fügte er hinzu. Hausen rechnet mit einem Anstieg der gesamtdeutschen Jahresteuerung auf 2,6 %. Der Euro reagierte auf die Daten mit leichten Kursverlusten und lag gegen 10.00 Uhr MEZ bei 0,9073/78 nach 0,9120 $ vor Veröffentlichung der Zahlen. Am Vorabend war die Währung mit 0,9090/95 $ aus dem Handel gegangen.

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