Höchststand gegen 12.00 Uhr erwartet
Hochwasser in Sachsen steigt weiter

Zwischen 2.00 und 7.00 Uhr sei der Wasserstand um 25 Zentimeter gestiegen, teilte der Krisenstab der Landeshauptstadt heute Morgen mit.

Reuters DRESDEN. Der Höhepunkt mit etwa 8,50 Metern werde um 12.00 Uhr erwartet. Dagegen entspannte sich die Lage in den Hochwassergebieten in Sachsen-Anhalt und Bayern. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) warnte, angesichts der globalen Klimaerwärmung müsse in Zukunft häufiger mit derartigen Naturkatastrophen gerechnet werden.

Dresdner Stadtteile und Intensivstationen evakuiert

In Dresden stieg der Wasserstand der Elbe bis 08.00 Uhr auf 7,50 Meter an. Am frühen Morgen wurden nach Angaben des Krisenstabs mehrere hundert Bewohner des Stadtteils Laubegast in Sicherheit gebracht. Im Stadtteil Gohlis drohe ein Damm zu brechen. Das Viertel war bereits am Mittwoch evakuiert worden. In der Nacht war zudem damit begonnen worden, alle 170 Dresden Intensivpatienten auf andere Kliniken im Bundesgebiet zu verteilen. Die Maßnahme sollte nach Angaben des Krisenstabs gegen 11.00 Uhr abgeschlossen werden.

Auch in Pirna in der Sächsischen Schweiz dauerten die Evakuierungsmaßnahmen an. Die Behörden befürchteten eine Überflutung der Innenstadt.

Stabile Lage in Sachsen-Anhalt und Bayern

Stabil blieb dagegen die Lage in Sachsen-Anhalt. In Dessau und Bitterfeld hielten die Deiche dem Hochwasser der Mulde stand. "So weit ich informiert bin, hat es die Nacht keine zusätzlichen Komplikationen gegeben", sagte Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) im Deutschlandfunk. In Bitterfeld war vor allem der Chemiepark bedroht gewesen. Für den Fall einer Überflutung des Geländes war eine Umweltkatastrophe befürchtet worden. Bei Magdeburg wurde am Morgen das Pretziener Wehr für Wassermassen der Elbe geöffnet. Damit werden etwa 30 Zentimeter des Hochwasserscheitels an der Stadt vorbeigeführt. Dennoch erwarten die Behörden für Sonntag oder Montag die Überflutung elbnaher Stadtteile von Magdeburg.

In Bayern schien das Schlimmste vorbei zu sein. Die Wasserstände an den südlichen Donauzuflüssen wie Iller und Inn fielen nach Angaben der Behörden zum Teil unter die Meldegrenze. Auch entlag der Donau entspannte sich die Lage. Die Hochwasserwelle, die am Mittwoch Regensburg unter Wasser setzte, erreichte in der Nacht Straubing, wo Helfer die aufgeweichten Dämme mit Sandsäcken sicherten. Am Nachmittag wurde die Hochwasserwelle in der Stadt Passau erwartet, die bereits in den vergangenen Tagen mit den Fluten kämpfen musste. Der Pegel erreichte eine Höhe von 10,82 Metern - der höchste Stand seit 48 Jahren. Bei der neuen Welle rechnen die Behörden nur noch mit einem Wasserstand von 8,85 Meter. Abgesehen von dem Donauabschnitt zwischen Deggendorf und Passau sei mit einer weiteren Entspannung der Hochwasserlage in Bayern zu rechnen, teilte das bayerische Landesamt für Wasserwirtschaft mit.

Trittin fordert Verzicht auf Flussausbauten

Bundesumweltminister Trittin forderte als Konsequenz aus der Hochwasserkatastrophe, den Flüssen wieder mehr Raum zu geben. Daher sollte auf ihren Ausbau verzichtet werden, sagte Trittin im Deutschlandfunk. Alle Vorhaben müssten darauf überprüft werden, ob sie dem Klimaschutz gerecht würden. "Wir müssen etwas tun, damit wir der globalen Erwärmung entgegentreten." Auch Verbraucher könnten mit dem Kauf stromsparender Geräte einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

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