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Höhenflug hält an: Hannovers neuer Anspruch

Vor zwei Monaten waren sie noch Tabellenletzter, jetzt haben sich die Niedersachsen kurz vor dem Ende der Hinrunde in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga festgesetzt. Der anhaltende Höhenflug hat bei Hannover 96 zu einem neuen Anspruchsdenken geführt.

dpa HANNOVER. Vor zwei Monaten waren sie noch Tabellenletzter, jetzt haben sich die Niedersachsen kurz vor dem Ende der Hinrunde in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga festgesetzt. Der anhaltende Höhenflug hat bei Hannover 96 zu einem neuen Anspruchsdenken geführt.

"Nach den Erfolgen der letzten Wochen sind wir mit einem Unentschieden gegen ein Top-Team plötzlich schon unzufrieden", verdeutlichte Daniel Stendel nach dem torlosen Remis gegen den VfB Stuttgart den Wandel. Der Aufstieg des ehemaligen Abstiegskandidaten zu einem Aspiranten für einen Uefa-Cup-Platz ist auch der Konkurrenz nicht entgangen. "Es ist beachtlich, was hier entstanden ist", lobte VfB-Coach Matthias Sammer.

Das Erfolgsrezept des Tabellen-Fünften lautet für ihn: "Die stehen unheimlich kompakt." Die letztjährige "Schießbude der Liga" gehört inzwischen zu den drei Teams mit den wenigsten Gegentoren. Garanten dafür sind vor allem der erst 20-jährige Per Mertesacker, der als Innenverteidiger die Deckung zusammenhält, und der vor der Saison verpflichtete Torhüter Robert Enke als ruhender Pol.

"Da sind keine Topstars drin, aber sie sind gut organisiert", erkannte VfB-Torwart Timo Hildebrand an: "Jeder ackert und rennt für den anderen." Hannover 96 kontrollierte gegen Stuttgart die Partie, so wie das Team es zuletzt immer häufiger getan hat. In den letzten zehn Pflichtspielen gab es lediglich beim Tabellenführer Bayern München eine Niederlage.

Mit berechtigtem Stolz sagte 96-Kapitän Altin Lala: "Wir spielen jetzt konstant auf einem hohen Niveau." Zumal sein Team nicht nur mit einer sicheren Defensive, sondern oft auch mit gepflegtem und schnellem Pass-Spiel überzeugt.

Einen großen Anteil an dem Wandel haben die von Ewald Lienen vorgenommenen Änderungen. Der Coach, vor zwei Monaten noch mit "Lienen raus"-Geschrei bedacht und inzwischen gefeiert, brachte Daniel Stendel und Silvio Schröter in die Stamm-Elf und reaktivierte Nebojsa Krupnikovic als Spielmacher. Der umstrittene Serbe sollte im Sommer schon aussortiert werden, zeigt nun aber in seiner fünften Saison in Hannover ungewohnt konstante Leistungen als Regisseur. "Er bringt Ruhe und Ordnung ins Spiel", lobte Lienen, der sich insgeheim am 51. Gebursttag allerdings ein Drei-Punkte-Geschenk erhofft hatte.

Die Verwunderung über den eigenen Erfolg führt dazu, dass von den Spielern keiner abzuheben scheint. "Wir schauen natürlich gerne auf die Tabelle, aber uns ist auch klar, dass wir uns von der Qualität her nicht mit den Mannschaften ganz oben messen können", sagte Schröter. Die von ihm verbreitete offizielle Marschrichtung lautet: "Wir schauen eher noch auf den Abstand zu den Nicht-Abstiegsplätzen."

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