Höhepunkt seiner Laufbahn
Merk pfeift Finale: Meilenstein einer Referee-Karriere

Am Mittwoch wird Markus Merk in Manchester einen weiteren Meilenstein seiner steilen Schiedsrichter-Karriere setzen. Die Leitung des Champions-League-Finales Juventus Turin - AC Mailand im Old-Trafford-Stadion ist für den 41-jährigen Zahnarzt aus Kaiserslautern vorläufiger Höhepunkt seiner Laufbahn. Dass dem Musterschüler der deutschen Referee-Gilde diese große Ehre im "Theater der Träume" zu Teil wird, verdankt er auch dem Fehlen der deutschen Clubs in der Endphase der europäischen Cup-Wettbewerbe.

HB/dpa FRANKFURT/MAIN. Für die Europäische Fußball-Union (UEFA) kam ein möglicher Rivale - der als weltbester Referee geltende Pierluigi Collina - schon auf Grund des italienischen Endspiel-Duells nicht in Frage. Ebenso wenig die Halbfinale eingesetzten Unparteiischen. Der letzte Deutsche, der ein Champions-League-Finale pfiff, war Hellmut Krug (Gelsenkirchen): Am 20. Mai 1998 leitete der künftige Abteilungsleiter Schiedsrichter- Wesen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Partie Real Madrid - Juventus Turin (1:0).

Der Hobby-Triathlet und diesjährige Wasa-Lauf-Teilnehmer Merk kann schon jetzt auf eine Bilderbuch-Karriere zurückblicken, die er 1984 als 22-Jähriger begann. Bereits 1988 war er mit 26 jüngster Referee der Bundesliga, in der er 220 Mal an der Pfeife war - zuletzt beim Abstiegsduell Nürnberg - Leverkusen am Samstag. International ist er neben Krug der deutsche Vorzeige-Schiedsrichter. Er pfiff beim olympischen Turnier 1992 in Barcelona, bei der EURO 2000 in den Niederlanden und Belgien sowie bei der WM 2002 in Südkorea und Japan.

32 A-Länderspiele und 55 ?papokal-Begegnungen - darunter das Finale im Europacup der Pokalsieger 1997 FC Barcelona - Paris St. Germain (1:0) - runden den Rekord des Pflicht bewussten Lauterers ab, dessen Vater Rudi seit Jahren als Schiedsrichter-Betreuer auf dem Betzenberg fungiert. Merks Klasse lässt sich auch an der dreimaligen Auszeichnung als "Schiedsrichter der Saison" (1994/95, 1995/96 und 1999/2000) ablesen. "Ein Spiel zu leiten, ist wie ein Schachspiel. Man muss den richtigen Zug zum richtigen Moment setzen", beschrieb er einmal das bisweilen undankbare Metier. Am Mittwoch im Old Trafford wünscht sich der seit zehn Jahren als Entwicklungshelfer in Indien engagierte Zahnarzt, die richtigen Entscheidungen zu treffen und jeglichen überbordenden Emotionen den Zahn zu ziehen.

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