Höhere Agentur-Umsätze im ersten Halbjahr
Direktmarketingbranche gibt sich zuversichtlich

Die Direktmarketing-Branche sieht ein Ende der Werberezession. Die Umsätze mit Postsendungen und Online-Marketing steigen nach Auskunft des Deutschen Direktmarketing Verbandes (DDV) wieder an.

DÜSSELDORF. "Die Stimmung hellt sich deutlich auf", sagte DDV-Präsidentin Kerstin Plehwe auf der Kongressmesse DIMA 2003 in Düsseldorf. Eine Umfrage des DDV unter 250 Werbeagenturen ergab, dass 38 Prozent der Unternehmen im ersten Halbjahr 2003 wieder höhere Umsätze verbuchten. Auch für das Gesamtjahr sind die Direktmarketing-Unternehmen optimistisch: Jede zweite Agentur rechnet zum Jahresende mit einer Umsatzsteigerung. Immer wichtiger wird laut der Umfrage die Werbung via Email. Doch angesichts der aktuellen SPAM-Debatte kämpft die Branche mit einem Image-Problem. "Viele Leute verbinden uns mit unseriösen Werbeheftchen und SPAM- Mails", sagte Plehwe. Der DDV werde daher versuchen, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um sich vor "schwarzen Schafen" zu schützen. Zudem werde sich der Verband auch politisch stärker engagieren und die eigenen Interessen "proaktiv" vertreten.

Schon seit mehreren Jahren stellt die Deutsche Post auf der DIMA ihren "Direkt Marketing Monitor" vor. Jedes Jahr befragt der Konzern rund 3 500 Firmen über ihr Engagement im "One to one"-Marketing. Demnach investierten deutsche Unternehmen trotz der schlechten wirtschaftlichen Lage wieder verstärkt ins Direktmarketing. Die Gesamtaufwendungen stiegen im letzten Jahr um 20 % auf 29,5 Mrd. Euro. Besonders das Telefonmarketing konnte Zuwächse von bis zu 50 % verzeichnen. Klassiker unter den Werbemitteln bleibt aber die Werbesendung per Post. Sie besitzt einen Marktanteil von rund 38 Prozent. Doch auch die Deutsche Post muss mit wachsender Konkurrenz kämpfen - zunehmend engagieren sich Postunternehmen aus umliegenden Ländern im Direktmarketing-Geschäft.

Insgesamt positiv blickt auch der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) in die Zukunft. Im Gespräch mit dem Handelsblatt sagte Verbands-Sprecher Volker Nickel, man erwarte in diesem Jahr in der gesamten Branche wieder eine schwarze Null. "Nach den Boomzeiten ist die Werbewirtschaft in der Realität angekommen." Besondere Vorteile des Direktmarketings gegenüber den klassischen Mitteln sieht Nickel jedoch nicht. "Entscheidend ist für jedes Unternehmen ein individueller Mix aus allen Marketing-Instrumenten." Doch vielen Entscheidern mangele es an festen Zielen und Vorstellungen. "Besonders im Mittelstand ist Marktkommunikation oft das fünfte Rad am Wagen," kritisierte Nickel.

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