Höhere Dividende
VW-Aufsichtsrat macht Weg für Piech frei

Der scheidende VW-Vorstandsvorsitzende Ferdinand Piech holt den früheren britischen Handelsminister Lord David Simon of Highbury in den Aufsichtsrat des Autoherstellers.

dpa WOLFSBURG. Das Kontrollgremium des Wolfsburger Unternehmens billigte auf seiner Sitzung am Freitag die Nominierung des 62 Jahre alten Ex-BP-Managers. Es machte gleichzeitig den Weg Piechs an die Aufsichtsratsspitze frei. Er löst Mitte April den bisherigen Aufsichtsratschef Klaus Liesen ab, der dem Gremium aber weiter angehören wird.

Für die beiden neuen Mitglieder müssen die Ex-Bankmanager Jürgen Krumnow und Berd Voss ihre Stühle räumen. Bis 2007 verlängert werden sollen die Mandate des Preussag-Vorstandsvorsitzenden Michael Frenzel und des Präsidenten der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierhandel, Roland Oetker. Die Hauptversammlung muss am 16. April in Hamburg den Vorschlägen noch zustimmen. Dies gilt angesichts der Mehrheitsverhältnisse bei VW aber als reine Formsache.

Die Nominierung des britischen Managers und Politikers kam überraschend. Er gilt als Kenner der Automobilindustrie und spricht fließend Deutsch. Der britische Labour-Premierminister Tony Blair machte ihn 1997 für zwei Jahre zum Minister für Handel und Wettbewerb in Europa. Zuvor war Lord Simon Top-Manager beim Energiekonzern BP und an dessen Sanierung beteiligt. Mit ihm rückt ein Mann mit guten EU-Kontakten in den VW-Aufsichtsrat. Der Brite gehört seit 1999 der Expertenkommission zur Reform des EU-Vertrags an.

Der Aufsichtsrat stimmte außerdem dem Vorstandsvorschlag zu, für das Geschäftsjahr 2001 eine Dividende von 1,30 Euro auf Stamm- und 1,36 Euro auf Vorzugsaktien zu zahlen. Die endgültige Entscheidung trifft auch hier die Hauptversammlung. Im Vorjahr hatte der Aufsichtsrat überraschend die vom Vorstand empfohlene Dividende um 20 Cent auf 1,20 und 1,26 Euro erhöht. VW hat 2001 rund 2,93 Milliarden Euro verdient bei einem Umsatz von 88,54 Milliarden Euro.

Unterdessen gab das Wolfsburger Unternehmen den Kauf der Automobilhandelskette Din Bil Sverige AB vom schwedischen Lkw- und Bushersteller Scania für 452 Millionen schwedische Kronen (rund 49 Mio Euro) bekannt. Din Bin Sverige AB habe 1200 Beschäftigte und betreibe Handelsvertretungen für die Marken VW, Audi, Seat, Skoda und Porsche in den Regionen Stockholm, Göteborg und Malmö-Helsingborg. Die Scania-Tochter habe 2001 von den rund 56 000 in Schweden ausgelieferten Konzern-Fahrzeugen (Marktanteil 18,8 Prozent) ein Drittel verkauft.

Anfang des Jahres hatte VW Scania bereits deren 50-prozentige Beteiligung am schwedischen Importeur Svenska Volkswagen abgekauft. Mit diesen Schritte sei die Trennung der ehemals vereinten Verkaufs- und Werkstattnetze von VW Svenska und Scania nun abgeschlossen. VW hält an Scania bereits knapp 20 Prozent der Anteile und 34,5 Prozent der Stimmrechte. Mehrheitsaktionär Volvo muss seine Anteile aus kartellrechtlichen Gründen bis 2003 verkaufen. VW hat bislang immer offen gehalten, ob die Scania-Mehrheit erworben werden soll.

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