Höhere Gewinnchancen mit Daimler-Chrysler
Das Duell: Toyota gegen Daimler-Chrysler

Beide Automobilaktien scheinen ihre langen Durststrecken endlich hinter sich zu haben. Welches Papier bietet jetzt die größeren Chancen?

Die Marktstellung:

Von Euphorie ist derzeit wenig zu spüren in der Automobilindustrie. Von Amerika bis Japan blieben die Verkaufszahlen in den ersten vier Monaten 2002 hinter den Vorjahreswerten zurück, in Europa brachen nicht nur krisengeschüttelte Unternehmen wie Fiat oder Opel, sondern auch als solide geltende Hersteller wie Volkswagen um mehr als zehn Prozent ein. Doch einige Konzerne trotzen dem negativen Trend. Sowohl DaimlerChrysler als auch Toyota bauten ihre Position in den wichtigsten Automärkten während der Krise aus. Vor allem in den USA, wo Toyota mit seiner Marke Lexus Marktführer im Luxussegment ist, konnten sich beide Unternehmen kräftig steigern â?" und dank des starken Dollars auch Geld verdienen. Selbst die Daimler-Sorgentochter Chrysler sorgt jetzt wieder für positive Meldungen: Nach Ansicht der Analysten wird Chrysler künftig sogar schneller wachsen als der Branchenprimus GM. Toyota ist allerdings deutlich profitabler als die deutsch-amerikanische Konkurrenz. Mit einer Umsatzrendite von 7,4 Prozent verdienen die Japaner selbst mit ihren Kleinwagen mehr als Mercedes mit seinen Oberklasselimousinen, die nur eine Rendite von rund sechs Prozent einbringen.

Neutral.

Die Strategie:

Anders als DaimlerChrysler hat Toyota Fusionen und Übernahmen bisher stets ausgeschlossen. Die Japaner setzen auf Kooperation statt Integration: In der Kleinwagenentwicklung schlossen sie sich mit Peugeot zusammen, die Abgasreinigung wird zusammen mit Volkswagen perfektioniert und im neuen Mini des BMW-Konzerns schlägt demnächst ein Dieselherz aus dem Hause Toyota. Mit dieser Strategie ersparte sich der Konzern kulturelle Probleme sowie teure Überraschungen, wie Daimler sie mit Chrysler erlebte. Toyota wächst aus eigener Kraft und ist heute das wertvollste Automobilunternehmen der Welt. DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp wird noch lange brauchen, bis er sein Versprechen einlösen und Toyota überholen kann. Sowohl nach der Zahl der verkauften Autos als auch nach der Bewertung an der Börse sind die Japaner doppelt so groß wie die Stuttgarter. Selbst wenn der Turn-around bei Chrysler gelingt, stehen mit der langfristig angepeilten Übernahme von Mitsubishi neue Probleme ins Haus - unternehmenskulturell und finanziell.

Vorteil: Toyota.

Die Aktien:

Obwohl beide Werte zum Besten gehören, was die Automobilindustrie zu bieten hat, verloren die Anleger mit den Aktien in den vergangenen Jahren kräftig. Toyota büßte seit dem Hoch im Jahr 2000 zwischenzeitlich über die Hälfte an Wert ein; auch der Kurs des Daimler-Papiers hatte sich nahezu halbiert. Vieles spricht dafür, dass die langen Durststrecken nun zu Ende sind. Toyota hat seine Hausaufgaben weit gehend erledigt: Die Kosteninitiative CCC21 wird dieses Jahr 260 Milliarden Yen einsparen. Die Investitionen in die Zukunft - IT, Entwicklung und Produktionsanlagen - stiegen deutlich. Und Toyota plant Aktienrückkäufe im Wert von 600 Milliarden Yen. Das alles hört die Börse gern, die Aktie ist nicht mehr billig. Toyota schreibt schwarze Zahlen. Doch genau hier liegt die Chance der Daimler-Aktie: In ihr schlummert mehr Fantasie. Kommen die Gewinne in Fahrt, hätte Daimler-Chrysler mehr Luft nach oben als die Japaner.

Vorteil: DaimlerChrysler.

Fazit:

Bislang fährt Toyota mit seiner Strategie besser. Dank der vorausschauenden Politik eignet sich die Aktie als Langfristinvestment. Doch DaimlerChrysler bietet die größeren Gewinnchancen - bei etwas höherem Risiko.

Quelle: Wirtschaftswoche

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