Höhere Pkw-Neuzulassungszahlen erwartet
Autoverband baut aufs zweite Halbjahr

Die deutsche Autoindustrie hofft entgegen zunehmend pessimistischer Prognosen von Volkswirten und Wirtschaftsinstituten weiter auf ein Anspringen der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte. Trotz eines schwachen Starts in den ersten Monaten 2003 angesichts der aktuellen Konsumflaute seien für das zweite Halbjahr höhere Pkw-Neuzulassungszahlen hier zu Lande zu erwarten, bekräftigte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Mittwoch seine bisherigen Erwartungen.

Reuters MAINZ. "Wir hatten gehofft, dass der Start ins Jahr ein wenig reibungsloser abläuft, aber wir haben keinen Grund an unserer Prognose für das Gesamtjahr zu zweifeln", sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk anlässlich einer Mittelstands-Veranstaltung des Branchenverbandes in Mainz. "Die zweite Hälfte muss ein wenig stärker werden", räumte Gottschalk allerdings ein.

Der VDA rechnet für 2003 mit 3,25 Mill. Neuzulassungen in Deutschland. Dies würde zum Vorjahr zumindest eine Stagnation bedeuten, nachdem die Autobauer 2002 einen Rückgang von 2,7 % verkraften mussten. Von Januar bis April dieses Jahres ist die Zahl der neu angemeldeten Personenkraftwagen aber bereits um zwei Prozent gesunken. Allein im April verzeichneten die heimischen und ausländischen Automarken ein Zulassungsminus von vier Prozent.

Der zuletzt deutlich gestiegene Euro-Wechselkurs dürfte die Autohersteller nach Einschätzung von Gottschalk im für sie so wichtigen Exportgeschäft unterdessen noch nicht wesentlich bremsen. Die Autobauer belasteten etwa auf dem US-Markt derzeit wichtigerer Probleme als der starke Euro, so beispielsweise der extrem starke Preiskampf mit teils kräftigen Kaufanreizen besonders durch amerikanische Autokonzerne. Volkswirte beobachten den rasanten Anstieg des Euro-Wechselkurses auf inzwischen rund 1,17 Dollar eher mit Sorge. Schließlich erschwert ein zu starker Euro europäischen Unternehmen auf Grund damit verbundener höherer Exportkosten die Ausfuhren.

Europas größter Autohersteller Volkswagen hatte erst zu Monatsbeginn mitgeteilt, dass im ersten Quartal - vor allem auf Grund von Währungseffekten - der Vorsteuergewinn um fast 67 % auf 331 Mill. ? eingebrochen ist. Den negativen Effekt durch den starken Euro hatte VW dabei allein mit rund 400 Mill. ? beziffert. Auch andere Konzerne wie Porsche oder BMW bekommen die Währungsdifferenzen kräftig zu spüren, wobei BMW sich allerdings nach eigenen Angaben durch Sicherungsgeschäfte komplett abgesichert hat und durch Währungsschwankungen in diesem Jahr keine negativen Auswirkungen auf den Ertrag erwartet.

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