Höhere Renditen bei aktiv gemanagten Fonds
Die Baisse – Feind aller Indexfonds

In den USA erfreuen sich Indexfonds großer Beliebtheit. Dieses Jahr flossen 11,7 Mrd. $ in Aktienindexfonds, aktiv verwaltete Fonds verzeichneten dagegen Abflüsse von 2,7 Mrd. $, geht aus den Daten von Financial Research Corp. hervor.

Bloomberg NEW YORK. Aber die Anleger sind wohl genau zum falschen Zeitpunkt eingestiegen. Während der älteste und größte Indexfonds, der Vanguard 500 Index Fund, zwischen 1995 und 1999 etwa 95 % aller Investmentfonds schlug, hinkt die Performance in der gegenwärtigen Baisse-Phase hinterher. "Die Leute sagen sich, ich will in Aktien investieren, aber ich will nicht schlechter dastehen als der Marktdurchschnitt, weil irgendein Fondsmanager auf die falsche Aktie gesetzt hat", berichtet Philip Orlando, Chief Investment Officer bei Value Line Asset Management.

Investmentfonds haben seit Beginn der Talfahrt an den Börsen im März 2000 im Schnitt 14,3 % pro Jahr verloren, der Vanguard-Indexfonds kommt auf ein Minus von 15,1 % zeigen die Daten von Lipper Inc. Auch im Langfristvergleich schneidet der Vanguard-Indexfonds schlechter ab. Seit August 1976, als Vanguard den Fonds auflegte, der den Standard & Poor?s 500-Index abbildet, wäre ein Anlagekapital von 1 000 Dollar bei einem aktiv gemanagten Fonds im Schnitt auf 22 534,71 $ angewachsen, so Lipper Inc. Hätte der Anleger in den Vanguard 500 investiert, wären nur 17 909,03 $ daraus geworden.

Das große Interesse an Indexfonds ist vielleicht auf ihr relativ gutes Abschneiden in den neunziger Jahren zurückzuführen. 1997 schlug der Vanguard 500-Fonds 95 % aller Investmentfonds. Auch zwischen 1995 und 1999 kam er auf einen jährlichen Gewinnzuwachs von 21 bis 37 %.

Neben dem Performance- Aspekt spielen aber auch die Gebühren eine Rolle. Indexfonds verlangen geringere Gebühren, in der Regel etwa ein Prozent an Jahresgebühren. Hingegen kassieren aktiv verwaltete Fonds im Schnitt etwa 1,6 %. Beim Vanguard 500-Indexfonds betragen die Gebühren insgesamt 0,18 %, zeigen die Zahlen von Bloomberg.

Die Performance und die niedrigeren Gebühren in den neunziger Jahren heizten die Nachfrage nach Indexfonds an. "Ein passiv gemanagter Fonds war die richtige Entscheidung, als die Börse pro Jahr 30 oder 40 % nach oben ging", erklärt Orlando. "Es gab wenig, was ein aktiver Fondsmanager machen konnte, um da mithalten zu können."

Die Rallye an den Börsen ließ die Performance der Fonds, die auf eine aktive Strategie setzten, in zu schlechtem Licht erscheinen. Aktive Fonds haben seit 1976 in 17 von 26 Jahren passive Fonds in der Wertentwicklung geschlagen, zeigen die Daten von Lipper. "Mit einem Indexfonds kauft der Anleger einen Korb von Wertpapieren und er kann in einer Abwärtstendenz nicht oben schwimmen", beschreibt Mario Gabelli, Fondsmanager bei Gabelli Asset Management, den Nachteil der Indexfonds.

Zwar haben die meisten Aktien-Investmentfonds von Gabelli dieses Jahr nachgegeben, aber sie haben sich doch besser entwickelt als die meisten Indizes. Im Durchschnitt haben seine Fonds dieses Jahr 13,9 % verloren. Hingegen haben der S&P 500-Index 21,7 % und der Wilshire 5000 Total Market Index, die breiteste Messlatte für amerikanische Aktien, 21 % eingebüßt.

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