Höhere Rohertragsmarge
T-Online übertrifft erneut Erwartungen der Analysten

Der größte europäische Internet-Anbieter T-Online hat im zweiten Quartal 2003 zum elften Mal in Folge sein operatives Ergebnis (Ebitda) gesteigert und damit die Erwartungen der Analysten erneut übertroffen.

Reuters DARMSTADT. Auch im zweiten Quartal profitierte die Tochter der Deutschen Telekom von verstärkter Internet-Nutzung durch die mehr als zwölf Millionen Kunden.

T-Online legte am Dienstag zum elften Mal in Folge ein über dem Vorquartal liegendes operatives Ergebnis (Ebitda) vor und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. "Die gestiegene Akzeptanz des Internets, die wachsende Zahl von Breitbandkunden sowie die nach wie vor gute Auslastung der Netzkapazitäten sind die Basis für diese Entwicklung", teilte T-Online in Darmstadt mit. "Aufgrund des erfolgreichen ersten Halbjahres heben wir unsere Ebitda-Prognose für das Gesamtjahr an, von 180 bis 210 Millionen Euro auf 250 bis 300 Millionen Euro vor Sondereffekten," sagte T-Online-Chef Thomas Holtrop.

Analysten waren von dem Ergebnis positiv überrascht, an der Börse legten die im TecDax gelisteten Aktien bei hohen Umsätzen 3,4 Prozent auf 9,92 Euro zu. Der Börsenwert erhöhte sich damit zum Vortag um rund 200 Millionen Euro. Seit Jahresbeginn stieg der Kurs wie der anderer Internet-Anbieter um knapp 90 Prozent.

Operativer Gewinn wächst weiter - Nettogewinn in 2004

Binnen Jahresfrist erhöhte sich das Ebitda (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen) im zweiten Quartal bereinigt um einen Verkaufserlös auf 80 Millionen Euro von einer Million Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 59 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 449 Millionen Euro und verbesserte sich damit ebenso wie das Nettoergebnis zum Vorjahreszeitraum deutlich. Unter dem Strich schrieb das Unternehmen im Quartal noch einen Verlust von 16 Millionen Euro nach 46 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Ein Reingewinn soll spätestens im kommenden Jahr ausgewiesen werden.

Breitband-Techonlogie treibt Wachstum

"Das Internet ist und bleibt ein Wachstumsmarkt", sagte T-Online-Chef Holtrop. Das Unternehmen habe vor allem von der steigenden Verbreitung schneller, breitbandiger Internet-Zugänge profitiert. Rund ein Viertel der 12,67 Millionen T-Online-Kunden in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Spanien surfen im Internet über breitbandige Anschlüsse, die gegenüber gewöhnlichen Anschlüssen schnellere Internet-Verbindungen erlauben. Bei T-Online führt dies zu geringerem Materialaufwand und damit höheren Margen. Die Breitband-Technologie werde auch künftig die Haupt-Triebfeder für Wachstum sein, sagte Holtrop.

Internet-Nutzung steigt kräftig

An die im ersten Quartal auf Grund des Irak-Krieges stark angestiegene Nutzung des Mediums Internet knüpfte T-Online im zweiten Vierteljahr an. Die Kunden surfen mittlerweile 46 Stunden pro Monat im Internet, vor einem Jahr waren es noch 30 Stunden. "Auch in politisch ruhigeren Zeiten wird das Internet jetzt verstärkt genutzt", sagte Finanzvorstand Rainer Beaujean.

Die bei der Mutter Deutsche Telekom eingekauften Netzkapazitäten könnten dadurch besser ausgelastet werden. Zu erhöhter Auslastung führten etwa Fußball-Berichte an gewöhnlich nutzungsschwachen Samstag-Abenden. Der Konzern sei "auf gutem Weg", die Umsatzprognose von 1,9 bis 2,1 Milliarden Euro im Gesamtjahr zu erfüllen, fügte Beaujean hinzu. Der angepeilte Zuwachs von einer Million Neukunden bis Jahresende sei nach dem zum Halbjahr ausgewiesenen Plus von rund 430 000 Kunden erreichbar.

Analysten und Börse von Ergebnissen positiv überrascht

Die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein urteilte, die Zahlen stärkten das Vertrauen der Investoren in das Geschäftsmodell. "Viele hatten schlechtere Zahlen erwartet, da sich im Sommer normalerweise weniger Leute vor den Rechner setzen", sagte ein Aktienhändler. Nach Einschätzung der WestLB könnte T-Online zum Jahresende ein Ebitda von bis zu 330 Millionen Euro ausweisen. Kursphantasie besteht auch wegen der möglichen Aufnahme der Aktien in den Dax. Die Deutsche Börse entscheidet am 19. August über eine neue Zusammensetzung des wichtigsten deutschen Aktienindex.

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