Höhere Rohölpreise
Reifengeschäft drückt den Continental-Gewinn

Die weltweiten Schwierigkeiten im Reifengeschäft haben bei der Continental AG trotz eines Rekordumsatzes im Geschäftsjahr 2000 das Ergebnis stärker belastet als erwartet.

rtr HANNOVER. Das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) ging nach Vorlage der Eckdaten vom Mittwoch um 15,5 Prozent auf 432 Millionen Euro zurück, der Reingewinn sank um 12,8 Prozent auf 205 Millionen Euro. Damit blieb der Reifenhersteller und Automobilzulieferer unter den eigenen Prognosen und den ebenso zurückhaltenden Erwartungen der Analysten. Allerdings steigerten alle Sparten Umsatz und Absatz. So vermeldete Conti einen Umsatzsprung von 10,8 Prozent auf die Rekordhöhe von 10,1 Milliarden Euro.

Auch deutliche Ergebnissteigerungen im neuen Wachstumsbereich des Konzerns, Automotive Systems, und bei der zum Verkauf stehenden Holding ContiTech konnten die Einbußen im Reifengeschäft nicht kompensieren. Als Grund für die Ergebnisrückgänge nannte Conti wie bereits bei Vorlage der Neun-Monats-Zahlen den starken Preisdruck und die gestiegenen Materialkosten durch hohe Rohölpreise und den hohen Dollarkurs.

Hinzu kommen beim operativen Ergebnis 60 Millionen Euro einmalige Kosten für Restrukturierungsmaßnahmen unter anderem im Händlernetz in Großbritannien. Aber auch ohne diesen Effekt sank das Ebit um fast vier Prozent von 511 Millionen Euro auf 492 Millionen Euro. Conti-Chef Stephan Kessel hatte im November noch ein Ebit auf Vorjahresniveau angekündigt. Entsprechend hatten auch die von Reuters befragten Analysten kalkuliert. Der Kurs der Conti-Aktie gab nach Vorlage der Eckdaten um fast vier Prozent nach und fiel von 18,45 Euro auf 17,76 Euro.

Aus den vorgelegten Zahlen ergibt sich nach Reuters-Berechnungen für das vierte Quartal zwar ein Umsatzanstieg im Rahmen des Jahresdurchschnitts um 10,4 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro, das operative Ergebnis blieb aber auch ohne Berücksichtigung der Einmalkosten mit 99 Millionen Euro um 15 Prozent unter dem Wert des Vorjahresquartals. Die seit vorigen November wirksamen Preiserhöhungen für Reifen hätten die Belastungen nicht kompensieren können, sagte Konzern-Sprecher Heimo Prokop.

Das Geschäft mit Winterreifen verlief zudem auf Grund der milden Witterung wie bei anderen Reifenherstellern schlechter als erwartet. Mit 13,8 Millionen Stück verkaufte Conti nach Angaben eines Sprechers nur geringfügig mehr als im Vorjahr, nach einem Zuwachs bei den Vorbestellungen von zehn Prozent. Auch die Umsatzentwicklung in den einzelnen Sparten verlief unterschiedlich. Erstmals umsatzstärkste Sparte sind die Automotive Systems mit der Tochter Conti-Teves, die um 18,8 Prozent auf knapp über drei Milliarden Euro zulegte. Der Absatz von Elektronischen Stabilitäts-Programmen (ESP) stieg plangemäß um eine Million auf inzwischen 1,4 Millionen. "Das Ergebnis wurde deutlich gesteigert", hieß es in der Mitteilung.

Die Pkw-Reifen verbesserten ihren Umsatz dagegen nur um 3,6 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zu, die Nutzfahrzeugreifen um 11,1 Prozent auf 976 Millionen Euro. ContiTech, die Sparte für technische Kautschukprodukte, erhöhte den Umsatz um 4,2 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro und verbesserte das Ergebnis erneut. Einzelheiten zu den Ergebnissen der einzelnen Sparten will Conti am 2. April auf der Bilanzpressekonferenz nennen. Einen Ausblick für 2001 nannte Conti am Mittwoch nicht. Im November hatte Konzernchef Kessel allerdings für dieses Jahr wieder einen Anstieg des Ergebnisses parallel zum Umsatzwachstum angekündigt.

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